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anzunehmen, dass die Bestellung für einen Codex, dessen Deckel sicherin Trier gefertigt wurde, einem anderen scriptorium als einem Triererübertragen wurde, zumal dort wie sonst selten irgendwo die Fähig-keit vorhanden war, den inneren Schmuck dem äusseren aequivalent zugestalten. Sodann spricht noch für Trierer Ursprung der enge, schonvon Lamprecht hervorgehobene, Zusammenhang mit dem Egbertcodex, dernicht bloss ikonographischer, sondern auch stilistischer Natur (Ranken-werk der Initialen) ist.
Auf die Adahandschrift weisen der zweispaltige in Gold geschriebeneText 1 ) und die Evangelistengestalten hin. Ferner ist eine grosse Ver-wandtschaft mit dem Trierer Evangeliar in der St. Chapelle (Bibl. nat.Cod. lat. 8851 saec. X) zu verzeichnen: die Canones mit naturalistischaufgefassten Tieren, einem Zimmermann, einem grabenden Bauer, demweinlesenden und kelternden Winzer (fol. 17b und 18a), vergleiche manmit den analogen Gestalten im Pariser Evangeliar fol. IIb und 12a'-).
Auf das Evangeliar 134 der Trierer Dombibliothek scheinen diebeiden eine Tafel haltenden Erzengel zurückzugehen (fol. 3a). Endlichkonstatierte schon Lamprecht (a. a. 0.) mit Recht einen starken italienisch-römischen Einfluss. „Der Prophet Daniel auf Bl. 26 in der unterenEcke rechts trägt durchaus römische Züge. Zu den hieraus sich er-gebenden Vermutungen stimmen durchaus die auf dieses Bl. 26 bezüg-lichen Verse Bl. 3a, wo Christus als regnator olympi, als deus deorumerscheint. Das alles scheint auf römische Tradition, unter spätererUmwandlung gemäss der jeweilig modernen Anschauungsweise hinzudeuten."Egbert selbst war ja in Rom und sandte auch „scholasticos" nach Italien,wie ein Brief Gerberts (datiert 983 aus Pavia) beweist, wo er anfragt,ob Egbert solche zu ihm schicken wolle 3 ).
Der Echternacher Codex enthält auf fol. 17b u. 18a, 51b u. 52a,75b u. 76a, 109b u. 110a unbeschriebene Purpurblätter mit der Imi-tation textiler, offenbar byzantinischer Muster, was schon Schnaase 4 ) zuGunsten eines starken byzantinischen Einflusses hervorhob. Ich kannaber hier absolut keinen byzantinischen Einfluss — unter byzantinischemEinfluss versteht man doch immer eine mehr oder minder tiefgehende
x ) Lamprecht a. a. 0. S. 78.
2 ) Siehe oben S. 83 u. ff. u. d. Abb. bei Willemin. Vgl. dazu Lamprechta. a. 0. S. 98 über d. Tracht d. niedrigen Leute in Deutschland.
*) Havet, Lettres de Gerbert, Collection de textcs etc. histoire, Paris,Picard. 1889.
4 ) IV 2 . S. 628 f.