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eine erneute Untersuchung des Reichenauer Einflusses auf die Buchmalereider Rheinlande von der Frühzeit der karolingischen Malerei an plaidieren.Gerade jetzt, da Kraus den nahen Zusammenhang der Reichenauer Malereimit Italien nachgewiesen hat, wäre eine solche Untersuchung doppeltinteressant und vor allen Dingen gewinnbringend. Neben die sekundärenund tertiären altchristlichen Residuen, die immer weiter wirken, treten indieser Zeit neue südliche Elemente primärer Natur auf. Und Reichenauwar sicher eine Etappe auf diesem Wege aus dem Süden.
Auf Tafel 1 des Aachener Codex finden wir im Architrav unddem Giebeldreieck fast dasselbe, gewiss sehr eigentümliche Ornamentwieder, welches z. B. auch das aus der ersten Hälfte des 10. Jahrli_stammende Reichenauer Sacramentar (Heidelberg. Universbibl. Sal. IXb)in der kreisrunden Umrahmung des thronenden Christus aufweist (unddie in die Zwischenräume eingestreuten Punkte fehlen nicht, vgl. Oechel-häuser a. a. 0. Tafel 1). Ähnlich kehrt das Ornament in der Um-rahmung des Liutharblattes wieder, ebenso Tafel 20 auf dem Bildeder Verkündigung, Tafel 21, 23, 26, 27. Ebenda findet sich alsEinfassung des das Bild umgebenden Rundbogens das für den Egbert-codex so typische Motiv eines fortlaufenden Rhombenfrieses mit dazwischenquergestellten Strichen.
In die nächste Nähe des Registrum Gregorii setze ich die Hs.Paris Bild. nat. 12117, das sogenannte Evangeliar von Luxeuil. Ichkenne das Original nicht, sondern schliesse nur nach den von Rohaultde Fleury in La Messe gegebenen Abbildungen (V. Tafel CCCXCVII,S. 114; VI. Tafel CDLXXIII, S. 90). Rohault de Fleury nennt es„un des beaux manuscripts que l'art allemand du XI siecle nous aitlegues. Ses miniatures, de larges dimensions, appartiennent ä une grandeecole; elles sont d'une peinture magistrale par leur compositum." Man ver-gleiche die beiden Abbildungen (Papst Gregor und Petrus) bei Fleury mit demGregorius des Registrum und mau wird sofort eine grosse Ähnlichkeit sowohlin der Haltung der sitzenden Figuren als auch in den Details entdecken.
Trierisch ist auch das oben S. 27 kurz erwähnte Sacramentarder Pariser Nationalbibliothek (Cod. lat. 18 005) saec. XI in. Da ichdie Hs. aus Autopsie nicht kenne, so verweise ich auf die Beschreibungbei Voege a. a. 0. S. 143, der die Litteratur genau gibt. Hinzuzufügenist noch: Labarte II 8 S. 215.
In den Kreis der Egbertschen Kunstübung gehört ferner nochdas wiederum von der Adahs. stark beeinflusste Evangeliar saec. X derPaiiser Nationalbibliothek (Cod. lat. 8851; suppl. lat. 667). Es wurde
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