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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
Seite
80
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Hs. Cim. 58. Es ist aus der Elfenbeinplastik lierübergenommen, wieVoege S. 37 ganz richtig vermutet, und z. B. ziemlich häufig aufravennatischen Werken des 6.8. Jahrhunderts; aber schon früher trittes auf, z. B. in dem bekannten Elfenbeinmedaillon mit dem BrustbildeChristi im Museo cristiano des Vaticans, das de Rossi in das Ende des4. Jahrb. setzt, Kraus aber mit Recht etwas später datiert (Abb. z. B.Kraus Realencyclop. I. S. 404. Perate L'archeologie chretienne, inder Bibliotheque de l'enseignemeut des Beaux-Arts. Paris, Quantin,1892 S. 337).

Der Stuhl des Gregorius entspricht dem des Erzbischofs Egbert indessen Evangeliar. Die perspektivische Verkürzung und "Wiedergabe derdurch einen Vorhang gebildeten Nische, durch die der Papst den Blicken desneugierigen Schreibers entzogen ist, ist im Allgemeinen gut. Das Bildmacht überhaupt den Eindruck, als ob es auf eine alte, gesicherteKunsttradition zurückgeht. Die eigentümliche schneckenartige Fältelungdes Gewandes auf dem Bauche des Schreibers finden wir ebenfalls imEgbertcodex wieder, z. B. beim Erzbischofe selbst (Kraus, Tafel 2).Dieselbe Fussstellung wie der Papst weist der Evangelist Lukas auf(Kraus, Tafel V), nämlich die beiden Füsse und Beine im rechtenWinkel zu einander, wobei das linke Bein nach links zurückgebogen,das rechte nach vorne gestellt ist. Der Maler des Gregorius hat dabeinoch die gezwungene unnatürliche Haltung des Evangelisten verbessert,indem er die linke Schulter des Papstes ebenfalls etwas zurücknahm.Das Pallium zeigt bereits die Kreuze, so dass wir für Erzbischof Egbertdieselben ebenfalls annehmen können; Kraus hatte (a. a. 0. S. 17 zuTafel II) diese Vermutung zurückgewiesen. Das Dekorationsmotiv desSitzpolsters ist ähnlichen Motiven im Egbertcodex entnommen (z. B.Tafel 15, 30, 42).')

') Ferner findet es sicli bei dem Christus des Darmstädter Evan-geliars, das nach Oechelhäuser (Die Heidelberger Miniaturen a. a. 0.)eine Replik des Heidelberger Bildes (in dem auf Reichenau geschriebenenReichenauer Sakramentar) und ebenfalls auf der Reichenau entstanden ist.Springer, Lamprecht und Voege halten am Kölner Ursprung fest (vgl.oben) und ich möchte mich ihnen, nach einer zweimaligen genauen Prüfungdes Originals, ebenfalls anschliessen. Eine Reichenauer Vorlage ist abernicht zu leugnen. Merkwürdig ist die grosse Verwandtschaft, welche dieFiguren im ganzen Habitus, der Farbengebung und dem Beiwerk mit denEvangelisten im Adacodex aufweisen (v. Oechelhäuser verzeichnet dieseThatsache ebenfalls S. 15). Eine absolute Notwendigkeit, das HeidelbergerSacramentar als Vorbild des Darmstädter Evangeliars anzunehmen, liegt

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