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Ich habe diese Verse vollständig hierher gesetzt, weil sie Kundegeben von einem Werke der unter Egbert blühenden Goldschmiedekunst.
Die auf fol. lb stehende Vorrede ist in Capitale (Goldschrift) auf7 Streifen gesehrieben, welche letztere alternierend purpurviolett undgrün sind.
Die rechteckige Umrahmung der Verse ist eine zusammengesetzte.Zuerst kommt, von innen, dem Purpurgrunde zu, ein rotbrauner schmalerStreifen mit weissem Kontur nach innen. Dann folgt ein breiterergrüner Streifen, der nach ebenerwähnten rotbraunen Streifen zu mitdunklerer Lokalfarbe überlegt ist. Ein weiterer schwarzbrauner Streifenist mit weissen Punkten besetzt, worauf ein roter Rahmen, so breit wieder grüne, mit braunem Kontur nach aussen schliesst.
Die Gestalt des Papstes und seines Schreibers ist bereits obenbeschrieben 1 ). Die Deckfarben sind ziemlich matt; es ist ungefährdieselbe Farbengebung, wie sie dem Maler des unbärtigen Christus imEgbertcodex eigen ist. Der Egbertcodex hat überhaupt stark auf unsernMaler eingewirkt. So ist z. B. die Umrahmung des Bildes ganz dieselbewie auf den meisten Bildern des Egbertcodex, ein Purpurstreifen miteinem goldenen Muster, nämlich abvvechelnd eine langgezogene Rauteund ein in der Breite daliegender Strich. Dasselbe Muster findet sichauch im Aachener Ottonencodex (Beissel, Tafel 21) und in der Münchener
J ) Den obenerwähnten Darstellungen des Papstes Gregorius mit einemoder mehreren Schreibern füge ich noch ein Bild hinzu, das in einer Hs. desRegistrum Gregorii in der Leipziger Universitätsbibliothek (2. Hälfte des 11.Jahrh.) enthalten ist. (Abb. Hefner-Alteneck. Trachten, Kunstwerke undGerätschaften P 1879, S. 33, Tafel 58). Gregorius sitzt en face, bekleidetmit Alba, darüber Dalmatika und Casula und dem weissen mit schwarzemKragen besetzten Pallium; auf dem Haupte die „gerundete Papstkrone desspäteren Mittelalters." Merkwürdig ist der vollständig stilisierte, nach untenin zwei Schneckenvoluten auslaufende Schnurrbart. Die linke Hand hält eingeöffnetes Buch, die rechte ist lehrend erhoben. Von rechts naht im Flugedie Taube; ihr Schnabel zielt auf den Mund, nicht auf das linke Ohr. DerStuhl trägt die Sitzpolster; die Architektur besteht aus zwei oben rhomben-artig zugespitzten Strebepfeilern, an denen je eine einfache Säule mit Würfel-kapitell anliegt. Der darüber lagernde Rundbogen ist von einem Spitzbogenmit einer Kugel als Krönung, überragt Links von dem Papste sitzt untereinem kleineren, von den grösseren durch einen grünen Vorhang getrenntenRundbogen auf einem thronartigen Stuhle, die Füsse auf einem Schemel,ein unbärtiger, reichgelockter Schreiber; er ist Gregorius zugewandt. Dielinke Hand hält den auf dem Pergament aufliegenden Schaber, die rechteHand ist mit der Feder erhoben und verstärkt den aufmerkenden Habitusdes Schreibers.