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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
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Fussbank, welche auf der Stufe des Thrones steht. Die Gewandungbesteht aus einer dunkelblauen Tunika mit roten Streifen und einem umdie linke Schulter geschlungenen und um den Leib festgewickeltenhellrosafarbenen Mantel, der mit grossen goldgeräuderten, helllilafarbenenTupfen mit weisser Musterung besetzt ist. Der Kopf ist ein bartloserRundkopf mit kurzem, rotbraunem Haar und starken grünlichen Schatten.Der Nimbus ist ebenfalls aus goldenen und silbernen Blättern zusammen-gesetzt. Die linke Hand hält auf dem Knie ein offenes Buch, die rechtetaucht die Feder in ein Tintenfass, welches links neben dem Evangelistenauf einem Tischlein steht. Der Hintergrund besteht aus drei welligenStreifen in lila, hellgrün und dunkelgrün; unten sind Pflanzen.

Das zweite Ganzbild ist besser erhalten als das erste, aber inder Zeichnung ist es nicht so charakteristisch wie das erste.

fol. 116a124e. Incipit capitulare evangeliorum anni circuli.

Der Codex ist nach Zeichnung, Farbengebung, Komposition,Textausschmückung und -Umrahmung in die Nähe des Adacodex zusetzen. Man ist sogar versucht an die Entstehung beider Codicesdurch dieselbe Hand zu denken beim Vergleiche der Evangelistenbilder.Corssen hat (Adahs a. a. 0.) nachgewiesen, dass beide Hss. mit demEvangeliar von Soissons (Paris Bibl. nat. 8850) textlich übereinstimmen.Letzteres ist turonischer Herkunft, während die Codices zu Trier undRom nach turonischer Vorlage gearbeitet sind (vgl. oben S. 61); daraufdeutet auch hin, dass das Fest des hl. Martin im Comes der Vatika-nischen Hs.mit grossen, roten Buchstaben bezeichnet ist gleich denhöchsten Festen des Kirchenjahres" (Beissel a. a. 0.). Andererseitsscheint die Vatikan. Hs. zu sicheren Trierer Werken Analoga zu habenund stützt dadurch die Ansicht vom Trierer Ursprung der Adahs.

Ms. 839 der Trierer Stadtbibliothek, aus Kloster St. Maximinstammend und bisher in der Litteratur unbekannt, besteht aus zwei Bändenin Grossfolio und enthält Gregorii moralia in Job. Schrift und Bildverweisen die Hs. in den Anfang des 10. Jahrhunderts; sie steht starkunter dem Einflüsse der Adahandschrift, fol. lb enthält gleich einäusserst charakteristisches Zierblatt: einen von zwei Säulen getragenenGiebel. Die dünnen Säulen sind folgendermassen gebildet: zu unterstdrei abgestufte Platten, sodann eine hohe, breit ausgebauchte Basis vonder Form einer Kugelflasche, worauf nach zwei Platten die Säule an-setzt. Das doppelte korinthisierende Kapitell trägt oben zwei Platten,von denen die untere etwas ausgeschnitten ist; unten liegt es auf zweiPlatten auf. Diese beiden Platten, sowohl diejenigen oben, als die