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schreibt Alcuin (ep. 21ö) und beklagt sieb, dass Ricbodo den Aeneideden vier Evangelien vorziehe 1 ). Sonst hatte er eine hohe Meinung vonihm, dedicierte ihm sogar ein Gedicht 2 ). Abgesehen von den Beziehungenzwischen Alcuin und Trier erwähne ich, dass in der Litanie des TriererSacramentars auf der Freiburger Universitätsbibliothek (vgl. oben) die h. Eu-genia figuriert, welche wir sonst bloss in der alten gallikanischen Liturgiefinden (vgl. oben S. 21), also ein direkter Beleg fränkischer Beein-flussung. Ferner sind im Kalendar eingetragen die translatio S. Martini(zum 4. Juli) und der h. Briccius (zum 13. November). Der h. Bric-cius war der 4. Bischof von Tours, dessen Tag nach Gregorius vonTours (histor. francor. X, 31) schon unter Perpetuus, dem 6. Bischöfe,als Festtag galt 3 ).
Ferner wurde oben schon darauf hingewiesen, dass die TriererSchule das so überaus oft angewandte Motiv der Staubfäden und Punkt-rosetten in den Initialen und auf dem Hintergrunde, der später in dieEchternacher Malerei ebenfalls übernommen wurde, sowie in den Hand-schriften von München-Gladbach, die stilistisch ganz von Trier abhängen,auftritt, dass dieses Motiv aus der turonischen Malerei herstammt. Vonhier aus lässt es sich wieder zurück verfolgen über den Wiener Codex847 bis in die Katakombenmalerei (z. B. de Rossi R. E. II, 6).
In Tourser Handschriften vergl. diese Details in der Bibel in Lon-don 4 ) und dem Bamberger Boethius"). Auch die von der Decke herab-hängenden Kronen, Lampen und Weihrauchgefässe in den Trierer Hss.scheinen von Tours her gekommen zu sein 6 ).
*) ep. 100 Jafte VI 454. Trotz dieser Missbilligung der klassischenStudien in Trier darf mau sich Alcuin nicht als Eiferer gegen dieselbendenken. Im Gegenteil, in Tours selbst bluten diese Studien, vgl. den Vergilzu Bern (No. 165. Delisle S. 39), ferner eine Sammlung von grammat.Schriften, bes. des Nonius Marcellus aus d. Nachlass v. Isaak Vossius(Leyden Univbibl. No. 73 fol.). Von dem Vergil sagt Delisle a. a. 0. S. 46sehr schön: „L'initiale Tityre tu patulae y a ete tracee avec le meine soinet le meme luxe, que l'initiale du Te igitur des plus somptueux sacramen-taires carlovingiens. II est assez curieux de voir ainsi honorees au IX« siecle,dans le monastere de Saint Martin de Tours, les oeuvres d'un poete que lesreligieux de cette maison ne pouvaient lire qu'en cachette du temps deCharlemagne."
2 ) Dümmler P. L. I 248.
3 ) Beissel, Verehrung der Heiligen und ihrer Reliquien S. 31.
4 ) farbige Reprodukt. Shaw. A handbook of the art of illumination etc.London 1866. Tafel II. S. 10.
5 ) Abbgn. Leitschuh Karol. Malerei S. 421, 454, 455.
") Vgl. die Vivianusbibl. u. d. Bocthius. Leitschuh S. 298.
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