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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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sames Entstekungslokal verweisen. Janitschek') suchte es in Metz,Berger 2 ) und Menzel 3 ) dagegen entschieden sich für die palatin. Schule,ohne dass es ihnen gelungen wäre, ihre Annahme mit unanfechtbarenGründen zu belegen.

Am nächsten liegt es, das scriptorium dieser Hss. oder wenigstenseinige derselben in Tours selbst zu suchen. Andere Exemplare, wozu ichauch den Adacodex und das Evangeliar Cod. Vatic. Pal. lat. 50, (sieheunten S. 71 ff.), rechne, welche beiden ich auf Trier lokalisieren möchte,sind textlich direkte Copieen turonischer Handschriften 4 ) oder von Mönchengeschrieben, die ihre Ausbildung einem turonischen scriptorium verdanken.

Beziehungen zwischen Köln und Tours existierten. So wurde z. B.der Codex Col. CVI der Dombibl. auf Wunsch Erzbischofs Hildebald vonKöln (794814) in Tours geschrieben 3 ). Von Tours aus wurden fernerSchrift und Bild in der Buchmalerei Reichenaus und von da in derSt. Gallens stark beeinflusst 6 ). Waldo, Abt von Reichenau, ein Ver-wandter Grimalds, hatte einen Conventualen nach Tours geschickt, dervon dort aus der Bücherei seines Klosters Handschriften zusandte 7 ).

Die in Tours aus altchristlichen Handschriften (vgl. den WienerCodex 847) übernommene Dekorationsweise, rechteckige Farbenstreifenmit Buchstaben zu beschreiben (z. B. Gold, Silber und Weiss auf Pur-pur), wie wir sie in dem Quedlinburger, in Tours entstandeuen Evan-geliar 8 ) treffen, findet sich auch in Hss. aus Reichenau (vgl. d. Publikationvon Oechelhäuser) und Trier (Registrum Gregorii der Stadtbibliothek).

Nach Bamberg kam aus Tours die Alkuinbibel und der Boethius(vgl. oben) 9 ). An Erzbischof Ricbodo von Trier (795804), seinen Schüler,

ij Adhs. S. 85 f. 2 ) a. a. 0. S. 271. 3 ) Adahs. S. 9.

4 ) dass turoniseke Codices als Vorlagen versandt wurden, ist obenbereits erwähnt worden.

") Menzel in d. Adahs. S. 5 Amn. 3.

») Rahn, D. Psalterium aureum v. St. Gallen. 1878. S. 88 ff. S. 12Anm. 19.

') Gallus Oheim ed. Barack. Bibl. d. lit. Ver. LXXXIV. 1866. S. 44.

8 ) Delisle a. a. 0. Tafel II.

B ) Die Echternacher Schule besitzt übrigens gleichfalls einen Boethius-Codex (vgl. Voege, Malerschule S. 383). Eine Vergleichung beider Hss. wäresehr interessant und würde sicher neues Licht auf die Beziehungen zwischenTours und Trier werfen. Eine zusammenfassende Darstellung der frühma.Boethiushss. wäre jedenfalls sehr lohnend. Ich nenne hier noch eine Hs.saec. X auf d. Schlettstadter Stadtbibliothek (Kraus, Kunst u. Altertum inElsass I. S. 289). Wie viel Interessantes bei solchen zusammenfassendenDarstellungen von Hss. desselben Inhalts sich ergeben kann, beweist R. Stettinerssoeben erschienene Abhandlung über die Prudentiushss.