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Doch kehren wir jetzt zur Trierer Apokalypse zurück. Initialen,die dekorativ ausgebildet sind, hat der Codex noch nicht, was die An-nahme einer altchristlichen Vorlage nur unterstützt. Nur glaube ichnicht, dass diese italienisch-altchristliche Vorlage direkt copiert wurde,sondern eine fränkische (Tourser) Copie derselben. Solche immerhincharakteristische Details wie das fränkische Kostüm finden sich nochnicht in der ersten Copie nach einem Originale, sie finden sich erst beisekundären Copieen. Ausserdem sind die Sterne in dem Archetypus be-reits zu ganz dekorativen Symbolen geworden, kleine weisse Scheiben,umgeben von 6—8 weissen Punkten (Punktrosetten). Sie wurden späterein dekoratives Hauptcharakteristikum der Schulen von Tours und Trier,wie oben bereits ausgeführt.
Das Pergament ist deutschen Ursprungs. Die Bilder sind vonFrimmel (a. a. 0.) beschrieben worden, so dass ich mich darauf be-schränken kann, einzelne Zusätze und kleinere Bemerkungen zu geben.
Das Titelbild (fol. lb, vgl. Tafel VI), Johannes und der Engel(Frimmel a. a. 0. S. 19 f.), zeigt in Architektur und Ornamentik einegrosse Ähnlichkeit mit der Dekorationsweise des Wiener Codex 847(Wickhoff a. a. 0.) besonders in der Verwendung der flankierendenVögel auf Blütenzweigen, Ausfüllung des Grundes mit kombiniertenPunkten. Das auch in turonischischen Hss. auftretende und später, be-sonders in der ottonischen Kunst so beliebte Ornament, das gebildet istdurch ineinandergesteckte dreiteilige Blumenkelche, bildet die Giebelfüllung.
Interessant ist es, die Anordnung und Unterscheidung der ver-schiedenen Bildscenen innerhalb desselben umschliessenden Kahmens zubeobachten. Der Versuch, die oben charakterisierten beiden Haupt-gruppen frühchristlicher Bilderhss. zu verschmelzen, ist bereits im Gange.Einerseits der dekorative Flächenstil, andererseits die Absicht einerDarstellungsweise, die ursprünglich aus der "Wandmalerei und Sarkophag-plastik herstammt, nämlich solche Begebenheiten, die einander eigentlichzeitlich folgten, innerhalb eines Kahmens in der Weise wiederzugeben,dass die handelnden Personen verschiedene Male erscheinen 1 ).
Die Teilung der Scenen, die später, von der karolingischen Zeitan, meist durch Horizontallinien bewerkstelligt wird, geschieht durchverschiedenartige, unregelmässig gebogene Linien (so Bild 4 und 6).Auf Bild 71 findet sich ein Baum mit staubfädenartigen Auswüchsen,die später von der Rankenornamentik verwendet wurden. Auf Bild 7
') Wickhoff, Repertor. f. K. XVII. S. 14.