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denen die erste wieder in inhaltlich verschiedene Unterabteilungen zer-fällt. Eine Untergruppe umschliesst den Virgil No. 3225 saec. IV derVatikana mit grossen breit ausgeführten Bildern, die nach dem Vorbildeder tabula iliaca pädagogischen Interessen dienten (hier das Vorbild derGoldhöhung bei den Gewändern für die karolingischen Codices), denVirgil 3867 und die Ambrosianische Ilias, eine andere die ältestenchristlichen Miuiaturcodices, die neuen Inhalt in alte Formen giessen,wie die Wiener Genesis und die Josuarolle x ) im Vatikau (Cod. Vat.Pal. Graec. 431 bis) (diese in Komposition und Technik ganz unterantikem Einflüsse stehend und wohl auch pädagogischen Zwecken dienend)eine dritte wird repräsentiert durch den Wiener Dioscorides (ca. 500für Julia Anicia geschrieben, mit dem aus der Antike überkommeneuDedikationsbild), für den z. T. Bilder neu erfunden werden mussten,und endlich eine letzte Gruppe, die sich schon im 5. Jahrhundert isoliertund kompositionell von den in dieser Zeit sich entwickelnden Monu-mentalcyclen abhängt, wie die Cottoubibel und der Codex Rossanensis.
Trotz dieser Verschiedenheiten lassen sich die eben erwähntenHandschriftenkreise im Gegensatz zu einer andern Gruppe zu einer gemein-samen Abteilung zusammenfassen: Wort und Bild treten darin vollständigseparat auf. Die in Rahmen 2 ) gesetzten Bilder erklären einfach den Text.
In schroffem Gegensatze zu diesen Handschriften steht nun derCodex 847 der Wiener Hofbibliothek. Die Decorationen sind vollständigim Flächenstile gehalten, es sind Canones, ein Kranz mit flankierendenTauben und ein Kranz mit Pfauen, sowie ein Titelblatt. Schreiberund Maler sind nach Wickhoffs Ansicht identisch. Die Säulen und
') Die Rolle ist zurückzuverfolgeu bis in den Anfang des 16. Jahrb.,wo sie Marcanton Michiel, der bekannte Anouimo Morelliauo in Padua imHause des Leonico Phomeo Phylosopho sah. Er beschreibt sie als „Lorotolo in membrana che ha dipinta la istoria de Israelite et Yesu Naue, eunlhabiti et arme a lanticha, cuu le immagine delle monti, fiumi, et cittadihumane, eun la explicatione della istoria in greeco, fu opera eonstantinopo-litana, dipinta giä 500 anni". Frimmel, D. Anonimo Morellino. Wiener Quel-lenschriften N. F. I. 1888, S. XIV u. 18. Die Idendifikatiou geht auf Frimmelzurück (Chronique des arts 1887. No. 29). Später kam die Hs. in die Palatinanach Heidelberg und von da nach dem Vatican, dem jetzigen Aufbewahrungs-orte. Bereits Kondakofi hatte (Histoire de Part byzantin Paris 1846) dieJosuarolle als Original erwiesen und Janitscheks Zustimmung gefunden (Re-pert. XI. 3. 188). Abb. der Hs. Garrucci III, Tafel 157—67. Text S. 97 ff.Beissel, Vatikanische Miniaturen S. 7, Tafel IV.
2 ) Die weitere reichere Entwicklung dieser Rahmen strebte rein nachplastischer Wirkung, vgl. das Titelblatt des Dioscorides.