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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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Ashburnham-Pentateuch 1 ) und des Codex Rossanensis 2 ) schlössen sichdie Herausgabe des Wiener Codex 847 3 ) (saec. VI/VII) und der WienerGenesis 4 ) an, so dass hier schon ein genügendes Material vorliegt. Wickhoffhat es gelegentlich seines Aufsatzes über den Wiener Codex 847 ver-sucht, in grossen Zügen die verschiedenen Gruppen altchristlicher Buch-malerei zu fixieren und ist dabei zu folgenden Resultaten gelangt.

Der Codex 847 5 ) selbst, aus Schloss Ambras stammend, enthältdie Fragmente einer griechischen Evangelienhandschrift und eine latei-nische Abhandlung des Rufinus. Beide Teile stammen, wie die voll-kommene Übereinstimmung von Schrift und Bild beweisen, aus derselbenZeit und sogar derselben Schreibstube. Aus dieser Thatsache resultiertmit Sicherheit, wie verkehrt es ist, jede Hs., und wohl auch jedes Elfen,bein, mit griechischen Buchstaben als byzantinisch zu bezeichnen. Vorallem ist hervorzuheben, dass Ornamente im engeren Sinne dem Codexfehlen, wie überhaupt allen altchristlichen Bilderhandschriften, die wirbesitzen. Die Ornamentik, besonders die der Initialen, ist wohl die ein-zige wirklich neuschöpferische That, welche die Kunst des früheren MA.auf dem Gebiete der Buchmalerei zeitigt. Hier können wir thatsächlichvon einer Entwicklung reden. Im Wiener Dioscorides fallen Bild undSchrift noch vollständig auseinander: keine Spur von einer ornamentalenVereinigung beider ist zu bemerken. Der Ashburnham-Pentateuch hatebenfalls noch keine irgendwie hervorstechenden Initialen 6 ), ebensowenigder Codex Rossanensis, die Virgile im Vatikan oder die Ilias derAmbrosiana. Die Vorbedingungen einer Initialornamentik finden wirallein in dem Wiener Codex mit seiner im Flächenstil gehaltenen Dar-stellung und Verwertung architektonischer und plastischer Elemente. Hierist ein Archetypus.

Wickhoff unterscheidet zwei Gruppen altchristlicher Bilderhss., von

1 ) The Miniatures of the Ashburnham-Pentateuch edited by Oscar vonGebhardt. London Asher u. Cie. 1883.

2 ) Evangeliorum Codex graecus purpurens Rossanensis. v. Gebhardtu. Harnack. Leipzig 1880.

3 ) Wickhoff im Jahrbuch d. Kunstsammlgn. d. Allerhöchsten Kaiser-hauses XIV.

*) D. Wiener Genesis v. W. v. Hertel u. Fr. Wickhoff. I. Hälfte. Bei-lage zum XV. Bande des Jahrb. d. K. d. Allerh. Kaisern. Leider stehen d.II. Hälfte u. d. kunsthistor. Text von Fr.. Wickhoff noch aus.

8 ) Früher schon behandelte Portheim (Über den dekorativen Stil ind. altchristlichen Kunst. S. 37 f.) den Codex,

6 ) Springer, Genesisbilder S. 5.

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