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sondern sie ist nur die Nachbildung und Wiederholung einer italienischenSchrift des 6. Jahrhunderts 1 ). „Woher sollte ferner der Verfasser desCodex Paris 266 2 ) das jetzt verschwundene Bild des h. Hieronymusund des Papstes Damasus, von dem die Verse auf fol. 3r noch Zeugnisgeben, genommen haben, oder woher stammte das grosse Bild in derBibel Paris 13 ), welches schildert, wie d. h. Hieronymus aus Rom aus-zieht, über das Meer wandert und die Bibelübersetzung in Bethlehemherstellt" 4 ). Alles deutet auf italienische Vorbilder hin.
Untersuchen wir die altchristlich-italienischen und die turonischenEinflüsse, wie wir sie für die Trierer Buchmalerei annehmen.
Dass die altchristlich-italienische Kunst das ganze frühe MA. hin-durch vorbildlich und befruchtend wirkte, wird wohl kaum mehr be-stritten werden, und zwar äusserte sie sich nicht nur traditionell, d. h.die alten Vorbilder lassen sich stammbaumartig zurückverfolgen, sondernauch direkt: man griff bewusst zurück und kopierte (Import von Elfen-beinen, Hss., Reisen nach Italien, Berufung italienischer Künstler). Jemehr sich diese Ansicht von der Stärke des altchristlichen Einflussesstützen lässt, desto sicherer wird der byzantinischen Theorie der festeBoden entzogen und gewiss mit Recht 5 ).
Zwei Kunstübungen sind es hauptsächlich, die technisch und inhalt-lich vollständig unter altchristlich-antikem Banne stehen, die Elfenbein-schnitzerei und die Buchmalerei. Es ist hier nicht der Ort, die frühma.Elfenbeine zu untersuchen; beschränken wir uns auf die Buchmalerei 6 ).
Eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung der altchristlichen Buch-malerei in ihren Gruppen steht leider noch aus. Die Monumente sindnoch zn wenig publiciert. Doch ist hier ein erfreulicher Aufschwunggerade in den letzten Jahren zu verzeichnen. Den Publikationen des
1 ) Corssen in der Besprechung des Berger'schen Buches. Güttingergelehrt. Anz. 1894. No. 11. S. 872.
2 ) das sog. Lotharevangeliar. Adahs. S. 78. Leitschuh S. 83. Janitschekweist auf die altchristl. Dedikationsbilder als Vorbilder der karolingischenFürstenbilder hin, vgl. oben S. 32 f. über den Gregorius, vgl. auch Delislea. a. 0. S. 34. Berger a. a. 0. S. 403.
3 ) Bibel Karls d. Kahlen. Leitschuh S. 84. Berger S. 399. Adahs. 'S. 80.") Corssen a. a. 0. S. 872.
6 ) Hauck hat im neuesten Bande seiner Kirchengesch. (III,i) ebenfallsden starken Einfluss der altchristl. Kunst, sowie die negative Einwirkung desByzantinismus betont.
°) Die Initialornamentik allein ist eine selbständige Schöpfung des maKunstschaffens, vgl. unten.
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