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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
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virorum archiepiscopi siquis euin abstulerit, anathema sit amen." Fernerfand ich bei Bild 73 die bisher unbeachtete Notiz in roter Minuskel-schrift saec. X exeunt. sei eucharii codex am. Sie steht auf dem Bildeder Breite nach. Also inschriftlich bezeugt war der Codex schon im10. Jahrh. in Trier, da ich aber eine Beeinflussung desselben auf denwohl ebenfalls in Trier geschriebenen Adacodex finde, so muss er schonfrüher dagewesen sein. Sein Entstehen in Trier selbst scheint mir sehrwahrscheinlich.

Bereits oben habe ich darauf hingewiesen, dass man bisher denCodex zu frühe datierte. Menzel hat (Adahs. S. 5 Anm. 2) mit Rechtbemerkt, dass er bereits die so charakteristische turonische Halbuncialeaufweist; er kann also, und stilistische Gründe unterstützen diese An-nahme, nicht vor der Wende des 8. und 9. Jahrh. entstanden sein.Auf einen Zusammenhang mit Tours weisen nicht nur paläographischeIndicien, sondern auch Stilkriterien (kompositionelle Verwandtschaft,Anordnung der Bildstreifen) und historische Nachrichten.

Janitschek S. 105 sagt:Die Schrift weist einen Zusammenhangmit den Leistungen der Schreibschule in Tours auf, die Bilder legenes nahe, an einen provinziellen Schössling der Schule von Tours zudenken." Auch er giebt die altchristliche Vorlage aus dem 5. Jahr-hundert zu.

Was nun die sog. turonische Halbunciale betrifft, so ist dieselbeallerdings nicht von dem bekannten Schreiber Adalbald erfunden, wieDelisle (Memoire sur l'ecole calligraphique de Tours au IXe siecle;Mem. de l'instit. national de France. Academ. des inscript. et belles-lettres XXXI 1886 S. 42) und Berger (Histoire de la Vulgate pendantles premiers siecles du moyen äge. Paris 1893) anzunehmen scheinen,

Si quis eum furaverit, aut aliquo ingenio a potestate saneti Martini abstraheretemtaverit, maledictus sit et cum Juda etc. Die Hülse zum Stab des h.Petrus zu Limburg, die Egbert von Trier laut Inschrift 980 herstellen Hess(Kraus, Christi. Inschr. d. Rheinl. II. S. 212), der Tragaltar des h. Andreaszu Trier, der ebenfalls auf Veranlassung Egberts entstand (Kraus a. a. O. II,S. 172) zeigen ganz ähnliche Formeln. Desgl. nach einer Notiz im TriererDomarchiv von 1776 (gütige Mitteilung des Herrn Domvikar Hulley daselbst)ein silbervergoldetes mit Perlen besetztes Kästchen mit Inscb., dass Egbert,der ehrwürdige Bischof, dies Werk verfertigen Hess und dem h. Eucbarius(St. Matthias) schenkte; auch hier eine Androhung des Looses von Judas.Ferner weisen ähnliche Formeln auf der Cod. Vindobon. 529 (Einhardi vitaCaroli M.) mit Besitztitel v. St. Eucbarius (Frimmel a. a. 0. S. 18 Anm. 2).Ähnliche Formeln vgl. Keuffer III S. 4, 2t, 43 u. a.