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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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schreibend. Im Antiphonar von St. Gallen (No. 390 und 391 derStiftsbibliothek) sehen wir Gregorius mit der Taube und einem Schreiberin Diakonentracht 1 ). Endlich erwähne ich noch eine Hs. des 12. Jahr-hunderts in der Wolfenbütteler Bibliothek 2 ). Das Brustbild des Gre-gorius schaut aus dem Initial P (Öffnung) heraus. Die rechte Handsegnet, die linke hält ein Buch. Auf seiner rechten Schulter sitzt dieTaube. Beide sind nimbiert. Links schaut durch eine Öffnung desInitial ein Bischof mit Stab 3 ).

Eine photographische Reproduktion des Bildes bietet Tafel 1.Das Bild ist von einem rechteckigen Rahmen umschlossen, also auchhier das Prinzip des antiken Rahmenbildes beibehalten 4 ). Der Ecken-auswuchs ist zu einem reicher profilierte Blatte geworden.

Der zweiteilige Rahmen 5 ) ist aussen rotbraun, wie der obersteStreifen des Hintergrundes; der innere Teil ist blaugrün. Die. Ausläufersind golden mit rotbraunem Kontur. Der blaugrüne Streifen ist nachaussen weiss und nach innen rotbraun konturiert.

In einer von zwei Säulen getragenen Architektur sitzt der Papstganz en face. Die Architektur ist ein tempelartiger Bau mit länglichemDache. In der Front liegt auf der rechten Seite ein Giebel 0 ). Dach,Giebel und Dachaufsatz sind ganz im Stile des 10. Jahrhunderts ge=halten. Das silberne 7 ) Dach zeigt vom Giebel aus nach beiden Seitenparallele zinnoberrote Streifen; ebensolche Streifen ziehen parallel derder Dachlinie. Auf diese Weise entstehen lauter Rhomben, die aufder innern Seite einen weissen, jetzt ziemlich abgescheuerten Kontur,

!) Janitschek, Malerei, S. 99.

ä ) v. Heinemann, Hss. in Wolfenbüttel I, 2. S. 29 4. Tafel.

3 ) Eine Elfenbeinplatte im Stift Heiligenkreuz zeigt einen hlg. Gregoriusmit der Taube auf der Schulter, unter ihm drei schreibende Mönche. Einereiche Bogen- und Säulenarchitektur mit Vorhängen bildet den Abschluss.Die Platte gehört in die Mitte d. 10. Jahrb., stehtaber noch unter demEinflüsse der karolingischen Kunst." , Clemen, Merowingische u. karoling.Plastik (Bonner Jahrb. 92) S. 132. Abb. Mitt. C. K. XVIII. Taf. S. 168.Ed. Braun, Mittlgn. d. Germ. Museums 1895, S. 21, Anm. 7.

4 ) Schlosser a. a. 0. S. 117.

6 ) D. Hs. AI 47 zu Bamberg, nach Voege eine direkte Weiterentwick-lung des Aachener Ottonencodex, hat ebenfalls ein zweifarbiges (rothbraunund grünes) Doppelband als Bildumrahmung.

°) Vgl. Hs. Aachen Tafel 9, 16, 33, nur sind die Giebel hier steilerund das Dach dort flacher.

') Die Kölner Schule zeigt Silberdach in Hs. II (München Cim 59) undHs. V Hildesheim.

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