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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
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Doch nicht als Dedikationsbilder allein*) sind die Bilder des Gre-gorius in den Sacramentarien zu verstehen, sondern sie repräsentierenzugleich noch einen inneren Zusammenhang mit dem Texte, wie obenangedeutet wurde. Das Dedikationsbild wurde ausserdem in diesemFalle noch zum Andachtsbilde, zum Caerimonienbilde. Ob die Ver-ehrung desselben soweit ging, dass es auch zum Küssen gereicht wurde,wie dies eine Stelle Muratoris 2 ) für die Kanonbilder annehmen lässt,kann nicht entschieden werden.

Der Typus des Gregorius 3 ) ist das ganze Mittelalter hindurch einziemlich konstanter. Meist erscheint der Papst in reicher priesterlicherTracht sitzend und mit dem Schreiben seiner Werke beschäftigt oderdieselben Schreibern diktierend. Eine ihm auf der Schulter sitzendeTaube, der heilige Geist, flüstert ihm Offenbarungen in das Ohr.

Leitschuh 4 ) erwähnt eine Beschreibung, die Johannes Diakonusim 9. Jahrhundert von einem angeblich nach Autopsie gemalten Bildnisseim Andreaskloster zu Rom des Papstes entwirft. Die Beschreibungschildert das Gesicht Gregors, seine hohe Stirne, seine Habichtnase, dashervorragende Kinn so charakteristisch, dass wir diese (römischen)Eigentümlichkeiten auf allen Bildern mehr oder minder wiedererkennen,gewiss das sicherste Zeichen einer konstanten Tradition, die sich ausder altchristlichen Zeit das ganze Mittelalter hindurch, allerdings inallmählich verblassender Weise, erkennen lässt.

Das Sacramentar von Autun 5 ) zeigt auf dem Titelbilde den Papstmit einem Buche in einem Tondo sitzend. Das karol. Sacramentar inParis 6 ) (Bibl. nat. Cat. No. 41) zeigt ihn mit der Taube, wie er zweiDiakonen, die durch eine Draperie von ihm getrennt sind und vor einergeöffneten Büchertruhe sitzen, die Offenbarungen diktiert.

Das etwa um dieselbe Zeit wie der Freiburger Gregorius und

*) wie z. B. die Huldigungsbilder von Fürsten, die sogar manchmalbesonders eingeheftet wurden z. B. Cim. 58, vgl. Voege S. 28.

2 ) Springer a. a. 0. S. 343.

3 ) Der Typus d. sitzenden, schreibenden u. diktierenden Papstes gehtauf antike Vorbilder zurück, vgl. z. B. das Beamtendiptychon des Probianus(kgl. Bibl. Berlin) vom Ende d. 4. Jahrb. Abb. Westwood Fictile ivoriesTafel 8, p. 13 u. besser d. Photogr. (Tafel 11} bei Meyer (Abb. d. philol.-philos. Cl. d. bayr. Akad. d. Wiss. XV. 1881. Text S. 78, wo weitere Litteratur.)

4 ) Karolingische Malerei S. 237.

6 ) Gazette des beaux-arts 1884 S. 185. Springer a. a. 0. S. 349.Adahandschr. S. 83, Leitschub S. 237.

6 ) Adahandschr. S. 102, Leitschuh S. 237.