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Andreas eine antike Goldmünze befestigt 1 ) und von Quast sowie aus'mWeertb 2 ) weisen auf die in den Miniaturen des Echternacher Codex alsVerzierungen dienenden Münzbilder bin; (fol. 79b: „in der Mitte derLeisten Medaillons in Gold mit weisser Zeichnung, ebenfalls aufs Leb-hafteste an Emailtechnik erinnernd") 3 ). Ihre Inschriften machen sieals Münzen des Kaisers Constantin kenntlich 4 ). Auch die Medaillonsim Freiburger Codex scheinen auf Kopieen von Münzen zurückzugehen.Die Medaillons zeigen immer denselben Kopf, es wurde also hier nacheiner Vorlage gearbeitet. Das longob. Brustkreuz des Gisulfus (Mus. zuCividale) zeigt z. B. auch unter den mit Stempeln eingeschlagenen Orna-menten achtmal einen Kopf mit langen Locken. Clemen Bonner Jahrb. 92.S. 43. Vgl. auch ebd. Anm. 103.
Dass es im 10. Jahrh.. an antiken Münzen als Vorbildern nichtfehlte, beweist u. a. der bekannte Silberfund von Leissower Mühle imSeptember 1894, der überhaupt ein charakteristisches Bild des Geldverkehrsim 10. Jahrhundert giebt. Er enthält neben gleichzeitigen und früherenMünzen aus aller Herren Länder auch Denare von Domitian, MarcAurel, Lucius Verus und der Kaiserin Crispina, Comrcodus Gemahlin,also aus den Jahren 81—192 n. Chr. (vgl. Bahrfeld im Numismat.-sphrag. Anzeiger XXV 11. 1894. S. 95 ff.)
Das Bild des sitzenden Gregorius (fol. 13b) ist ein im Bilderkreisder Sacramentarien häufig vorkommendes Motiv. Der Grund liegt nahe,da die Redaction des Sacramentariums auf diesen grossen Papst zurück-geht. Ein solches Bild ist zunächst als Dedikationsbild aufzufassen, wiesie in den Prachtwerken des Mittelalters fast ständig anzutreffen sind.Sie sind schon in karolingischer Zeit"') häufig und gehen in fortlaufenderReihe auf spätrömische Dedikationsbilder zurück. Janitschek weist(a. a. O.) 8 ) darauf hin, wie das Bildnis des Constantin II Augustus„in Haltung und Anordnung die auffallendste Verwandtschaft mit karo-lingischen Fürstenbildern" zeigt.
') Schlosser, Beiträge S. 92 erwähnt noch andere Fälle von solcherecht mittelalterlicher Naivität.
2 ) aus'm Weerth a. a. 0. Text I, 3. S. 81.3 J Lamprecht a. a. 0. S. 81.
4 ) Janitschek, Malerei, S. 68.
5 ) z. B. im Lotharevangeliar Adahandschr. S. 78. Leitschuh S. 83.
6 ) Adahandschr. S. 78. Vgl. J. Strzygowski D. Calenderbilder desChronographen vom Jahre 354. (Ergänzungsheft I zum Jahrhuch d. k. deutsch.Instituts) Berlin 1888. Tafel XXXIV. Text S. 90 ff.
Westd. Zeitschrift. Ergänzungsheft IX. 3