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verflüchtete sich die eigentliche Bestimmung, nämlich die naturgetreueWiedergabe der Gesichtszüge, das Beiwerk wurde zum Hauptzweck; dieMedaillons wirkten nur noch dekorativ. Zuweilen kopierte man zu Deko-rätionszwecken sogar direkt antike Münzen, wie z. B. hier oder imEchternacher Codex. Ja, man verwendete sogar in der Goldschmiede-kunst einfach antike Münzen selbst (Tragaltar des hlg. Andreas). Zutrennen von dieser Art der Medaillons, aber jedenfalls auch aus ihnonhervorgegangen, sind die Medaillons mit Darstellungen aus der Bibel,mit solchen der Personifikationen christlicher Tugenden etc. (z. B. dasSacram. v. Autun).') Die Bamberger Alcuinbibel zeigt auf fol. 339bin den Blattzwickeln einer blattgrossen Darstellung Medaillons mit denBrustbildern von Jesaias, Ezechiel, Jeremias und Daniel 2 ), ebenda auchin den Bandleisten öfters Anwendung von Medaillons, die jetzt meistherausgeschnitten sind; eines der erhaltenen trägt die Inschrift Alcuin.Für diese Darstellung hat nach Leitschuh 3 ) eine römische Goldmünze vor-bildlich gewirkt. Der Echternacher Codex hat in den Ecken der rechteckigenRandbordüre auf fol 79r° Medaillons mit Darstellungen der Elemente 4 ).In St. Georg auf Reichenau erblickt man in den Zwickeln der Arkaden-bögen im Mittelschiff Medaillons mit Darstellungen von Propheten, wiesie Kraus 5 ) bezeichnet, dabei aber die Vermutung ausspricht, es könntenBischöfe oder Äbte sein. Springer 0 ) schliesst sich ihm an.
In den neuerdings von Kraus publicierten Wandgemälden 7 ) von SanAngelo in Formis finden wir ähnliche Medaillons, die sicher Propheten dar-stellen, so dass man, wenn man sich noch dec Prophetenmedaillons inder Bamberger Alcunibibel erinnert, auch in den Reichenauer Brust-bildern Propheten erkennen kann.
Das in Trier entstandene Pariser Evangeliar zeigt in der Mitteder Randleisten goldene Kaisermedaillons mit Profilköpfen in weissenUmrissen 8 ). Wie bereits oben erwähnt, ist auf dem Tragaltare des hlg.
') Springer a. a. 0. S. 350.
2 ) Adahandschr. S. 76.
3 ) Karoling. Malerei S. 253. Vgl. auch im allgem. über dies aus d.altchristl. Kunst übernommene Dekorationsmotiv ebenda S. 38.
4 ) Lamprecht a. a. 0. S. 81.fl ) a. a. 0. Text S. 6.
") Westd. Zeitschr. III. S. 213.') Jahrb. d. kgl. preuss. Kunstslgn. XIV. S. 84.
8 ) Janitschek, Malerei S. 65. Waagen, K. u. Kwke. in Paris S. 266.Siehe unten.
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