Druckschrift 
Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

mm

H|

111

22

Mmi

&&%

tm

«Ras»

Chrysanthus und Barbara, also derselben Heiligen, welche der auf fol. 68bbefindliche Eintrag aus dem Anfang des 11. Jahrh. aufzählt. Also einschlagender Beweis, dass die ursprünglich in Trier (St. Maximin) ge-schriebene Handschrift entweder nach München-Gladbach von Sandradgleich mitgenommen oder später nachgeschickt wurde. Letzteres istanzunehmen, da nach stilistischen und paläographischen Gründen zuschliessen, der Codex nach 972 entstanden ist. Im Anfange des 11.Jahrh. fügte man dann den auf die Gründung bezüglichen oben er-wähnten Eintrag hinzu.

Bäumer (Historisches Jahrbuch d. Görresgesellschaft XIV 1893.S. 241 ff.Über das sog. Sacramentarium Gelasianum" S. 245) erwähnteinen Züricher Codex, den Gerbert (Monum. vet. lit. Alem. I, 1. praef.fol VI, VIII) stark benutzt hat. Jetzt ist dieser Codex nicht mehr inZürich, wie Bäumer u. Wilson (The Gelasian sacramentary Oxford 1894)bezeugen, an seiner Stelle liegt ein Convolut wertloser Schriftstücke miteinem einliegenden Briefe von Gerberts Hand, der unter anderem dieWorte enthält:Ego remitto vobis codicem extraordinarium etc." Esgeht daraus hervor, dass Gerbert, ob mit Absicht oder aus Versehen,den Codex zurückbehielt und statt seiner eine andere Hs. schickte. DieUntersuchung eines Liturgikers würde ergeben, ob meine Vermutung, dassder Codex Turicensis Gerberts und das Freiburger Sacramentar 360aaus dem Nachlasse Hugs identisch sind. Auf jeden Fall aber ist eineUntersuchung des Codex von liturgischem Standpunkte aus äusserstwichtig und zu empfehlen.

F. X. Kraus hat seinem Aufsatze über die Wandgemälde vonSan Angelo in Formis bei Capua*) eine Einleitung vorausgeschickt, diein übersichtlicher Weise die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisseüber die Kunst des 10. Jahrhunderts darlegt und zugleich eine kurzeCharakteristik dieser Kunst entwirft. Er hat als die drei Mächte, nachwelchen sich das Kunst- und Kulturleben zwischen 800 und 1000 orien-tierte, den Hof der Karolinger, den der Ottonen und den Benediktiner-orden bezeichnet; dabei gewinnt letzterer noch die verstärkte Bedeutung,auch die Anregungen der beiden ersteren Faktoren verwirklicht zuhaben. Springer 2 ) hat mit Recht betont, dass es ganz unberechtigt ist,

a ) Jahrbuch d. kgl. preuss. Kunstsammlgn. XIV. 1893. S. 1 ff. Vgl.auch den interessanten kurzen Nachtrag zur Kasineser Kunst von Ebner imHistor. Jahrb. d. Görres-Gesellsch. XV. 1894. S. 482.

2 )Über die deutsche Kunst des 10. Jahrh." Westdeut. Zeitschr. III.1884. S. 201 ff. u. Bilder aus d. neueren Kunstgesch. 2 Bonn 1886 I. S. 115 ff.