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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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einen prineipiellen Unterschied zwischen der karolingischen und derottonischen Kunst zu machen. Ein solcher besteht in der That nicht;man kannmit Fug und Recht von einer einheitlichen karolingisch-ottonischen Kunst reden" 1 ). Selbstverständlich findet innerhalb dieserKunstepoche auch eine gewisse Weiterentwickelung statt, sowohl desfiguralen, dekorativen und ikonographischen Schmuckes, als auch dertechnischen Methoden. Im Allgemeinen aber haben die ForschungenSpringers, Kraus' u. a. ergeben, dass die Kunst dieser Jahrhunderteeine zum grössten Teile konservative retrospektive Richtung zeigt (vgl.Springers oben erwähnten Aufsatz, der besonders durch Kraus Publikationdes Egbertcodex und der Reichenauer Wandgemälde veranlasst wurde).Man erkannte klar, dass die Oberzeller Wandgemälde auf Reichenauauf die altchristlich-römische Tradition zurückgehen und sie abschliessen.Ferner nahm Kraus an, dass die Quellen der Reichenauer Kunstübungin Ralien zu suchen sind, wobei in erster Linie die BenediktinerabteienBobbio und Monte Cassino in Betracht kamen, als es sich darum han-delte, eine von dort herkommende Beeinflussung zu bezeichnen. EinZeuge der Cassineser Kunst des 11. Jahrhunderts sind die oben er-wähnten Wandgemälde der Kirche San Angelo in Formis bei Capua.Weitere Werke Reichenauer Ursprungs aus jener Zeit sind der Egbert-codex (ca. 980), das Heidelberger Sacramentar, das v. Oechelhäuser(a. a. 0.) publiciert hat, und vielleicht der Codex Gertrudianus inCividale (vgl. oben S. 13 f.). Sie gestatteten die Annahme einer blühendenReichenauer Kunstschule, mit der in engstem Causalkonnex andere Werkestehen, wie das Echternacher Evangeliar in Gotha 2 ) wohl in Trierzwischen 983 und 991 entstanden), das Aachener Evangeliar 3 ) undausserdem noch eine Menge anderer Produkte der Buchmalerei. Voegehat (a. a. 0.) diese Frage für eine grosse Gruppe dieser Mss. unter-sucht und eine Centralschule in Köln (Domkloster) konstatiert, in derenEntwicklung die Reichenauer Werke (Egbertcodex und Wandgemälde)von aussen beeinflussend hineintraten.

Gegen Springer und Voege, die der Miniaturmalerei die führendeRolle in der Kunst des 10. Jahrhunderts zuweisen, nimmt Kraus fürdie Wandmalerei die erste Stelle in Anspruch. Seine Begründung ist

x ) a, a. 0. S. 203.

-) Vgl. Lamprecht a. a. 0. Janitschek, D. Malerei. S. 66. Einevollständige Publikation dieser Bilderhandschrift lässt hoffentlich nicht mehrzu lange auf sich warten.

3 ) Beissel, Bilder der Handschrift des Kaisers Otto in Aachen. 1887.