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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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gewiesen, dass bei der eminenten Wichtigkeit der Sacramentarien fürdie mittelalterliche Kunstgeschichte die Veröffentlichung jeder Handschrift,die das Bildermaterial vermehrt, für die Wissenschaft von Nutzen ist 1 ).

Zu der Geschichte der mittelalterlichen Buchmalerei, die erstgeschrieben werden muss, ist noch viel Material zu sammeln. JederBeitrag ist von Wichtigkeit. Abgesehen von den z. T. prachtvollillustrierten Monographieen 2 ) über einzelne hervorragende Monumente dermittelalterlichen Buchmalerei, wie wir sie Kraus, von Oechelhäuser,Beissel, Lamprecht, Graf Bastard, Delisle, Janitschek, Rahn u. a. ver-danken, wurde der Bilderkreis mehrerer Manuskripte, die man zusammenverglich, meist mit Berücksichtigung der ikonographischen Seite unter-sucht. Wenn dabei auch öfters das Material ein grosses war, so fehltedoch meist der historische Gesichtspunkt, eine unter Berücksichtigungder lokalen und speziell auf die betreffende Schule einwirkenden Einflüssegeführte Vergleichung; es fehlte eine die historische, entwicklungsgeschicht-liche Seite betonende Untersuchung. Die Publikation der Adahandschrifthat hier den ersten Schritt gethan. Janitschek hat daselbst den Begriffder Schule fixiert (a. a. 0. S. 72), hat die verschiedenen Einflüsse, dieeiner Schule das ihr eigentümliche Cachet geben, hervorgehoben unddamit einen Kanon für ähnliche Untersuchungen geschaffen. Er fasstden Begriff derSchule" als eine Gruppe von Künstlern und Kunst-werken, die unter individuellen und lokalen Eigentümlichkeiten mit der-selben technischen Grundlage und verwandter Naturauffassung arbeitend,einen einheitlichen Charakter zeigen. Erstes Postulat ist eine mächtigekünstlerische Persönlichkeit, dieSchule" macht, dann treten spezifischlokale Eigentümlichkeiten hinzu. Bei den karolingischen Malerschulenfehlt jenes wichtige erste Element und ist daher der Stilcharakter derbetreffenden Schulen das Resultat einer Summe mehr zufällig an jenemOrt wirkender, äusserlicher Eigentümlichkeiten. Künstlernamen, dieman mit erhaltenen Kunstwerken in Connex bringen kann, fehlen nunallerdings nicht, aberdas Wesentliche ist, dass dem Künstler seineThätigkeit nicht als persönliches Schaffen, sondern als handliche Thätig-keit erschien."

Als wichtiger, ebenfalls schulbildender Teil kommen noch etwaige

x ) St. Beissel publicierte* in Schnütgens Zeitschr. f. christl. Kunst VII1894 S. 65 ff. ein Fuldaer Sacram. in Göttingen saec. 11.

2 ) Über den Wert und die Notwendigkeit solcher Publikationen vgl.P. Clemen in d. Kritik von Voeges Buch (Bonner Jahrbücher 1892. Heft 93.S. 233 ff.).

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