602
Liber procurationum et petitionum.
Die Verfasser haben Gelegenheit gehabt, diesen Codexmit einigen anderen jüngeren Ursprungs zu vergleichen.Der erste von diesen ist ein Visitationskatalog einigerKirchen des Xantischen Archidiaconats. Er enthält ver-schiedene, zum Theil interessante Notizen über Matricale-und Filiale-Verhältnisse, Laical Patronat und die heiligenPatrone, den Zehnten, die Investitur, die Competenz derPfarrer, die Anzahl ihrer Communicanten, Beneficien u. dgl.Obgleich dieser zum Vergleich benutzte Codex ohne An-gabe seines Alters ist, so ergibt es sich, dass er aus demEnde des 15. Jahrhunderts herstammt, indem er als Pfarrerzu Kempen einen gewissen Engelbert von Erkel anführt,der vom Jahre 1495 bis 1520 jener Kirche vorstand. AlsEector der Capelle zu Oedt führt er den Godefridus deVeni'aidt an, der nach örtlichen Notizen im Jahre 1492daselbst als solcher gelebt hat. Die Visitation geschah nichtin allen Kirchen, sondern nur in einigen; daher ist dasVerzeichniss mangelhaft.
Der zweite Codex ist ähnlichen Inhalts und wurdeangefertigt bei Gelegenheit einer Kirchenvisitation, die derXantische Probst Johann Düsseldorf, Generalvicar desErzbischofs zu Köln mit seinem Official Nicolaus Plureniusim Jahre 1631 vornahm.
Der dritte Codex ist ein fortlaufendes Investiturregister,das vom Jahre 1400 bis 1600 geht.
Hierzu kommen noch zwei neuere Verzeichnisse, mitzum Theil alten Notizen.
Der Inhalt des ältesten Codex von 1250—1290 er-scheint bei dieser unserer Herausgabe wörtlich als Text.Daneben sind Auszüge aus den andern nebst Angabe ihresJahrhunderts in den beigefügten Noten gegeben. Um dieMetamorphosen der Nomenclatur durch die fortlaufendenJahrhunderte bemerkbar zu machen, haben wir zu jenenNoten die betreffenden Auszüge aus dem Liber valorisunter der Rubrik: saec. XIV. beigefügt.
WKß