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1 (1892) Die Erzdiöcese Köln im Mittelalter
Entstehung
Seite
88
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Liber valoris.

gesessene den Pastor. In St. Columba wählte die Gemeindeeinige angesehene Männer, denen im Verein mit einigenSenatoren die engere Pfarrwahl überlassen blieb. In St.Laurenz wurden von der Gemeinde 5 Männer bestimmt,die ihrerseits wiederum im Verein mit 4 Mitgliedern desKaths den geeigneten Candidaten vorschlugen, der dannwie auch in den bereits genannten Pfarreien von dem Propstdie Investitur erhielt. In Lyskirchen wählte das Capitelvon St. Georg den Pfarrer, ebenso hatten die Capitel St.Severin und St. Cunibert die Pfarrwahl und alle dreiCapitel auch die Investitur zu verleihen. In St. Lupuswählte der Abt von St. Cunibert und der Probst investirte.In St. Brigide und St. Mauritius musste der Gewählte ausdem Benedictiner-Orden hervorgehen; in der ersten Pfarrehatte der Abt von St. Martin, in der zweiten der von St.Pantaleon das Wahlrecht. Die Investitur ertheilte der Dom-probst. Dagegen hatte in St. Paul das Capitel von St.Andreas die Wahl und der Archidiaconus major des Dom-stiftes hatte die Investitur. Der Dechant von Neuss dagegenhatte die Bestätigung des Pfarrers von Maria Ablass, dendas Capitel von St. Ursula wählte. St. Johannes Evangelistwar zuletzt dem erzbischöflichen Seminar incorporirt; imPesch wählte der Domdechant und das Capitel verliehdie Investitur. In St. Aposteln wählte das Capitel selbstund der Domprobst investirte. In St. Christophorus wurdedie Ernennung durch den Abt von St. Gereon vollzogenund der Gewählte durch das Capitel eingeführt, ein Recht,das indessen der ' Domprobst gleichfalls für sich bean-spruchte. Auf den Vorschlag des Raths wählte für St.Peter die Aebtissin von Caecilia aus 3 Candidaten einenaus, der von dem Domprobst die Investitur erhielt.

in St. Johannes Baptista wurden einige Männer ausder Gemeinde gewählt, die dem Abt von St. Severin zweigeeignete Persönlichkeiten vorschlugen, von denen diesereinen zum Pfarrer bestimmte, der dann durch das Capitel vonSt. Severin investirt wurde. Ein eigenthümliches Wahlver-fahren bestand in St. Jacob. Der Rath und die Armenmeisterwählten zuerst 3, dann 4 Canonici aus dem Capitol vonSt. Georg. Wollten die Gewählten die Pfarrei nicht an-nehmen, dann schritten Rath und Armenmeister zu einerneuen Wahl. Der neue Gewählte erhält vom Domprobstdie Investitur.