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1 (1892) Die Erzdiöcese Köln im Mittelalter
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80
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Liber valoris.

gewiesen, wie Attila nach der für ihn so verhängnissvollenSchlacht auf den Catalaunischen Gefilden (im Juli 450)auf seinem Rückzug über Laon, Rheims, Arras, Tournai,Tongern bis Köln kam und seinen Weg durch den Ruinund die Verwüstung aller Städte bezeichnete. Im Octo-ber langten die Hunnen vor Köln an und stiessen dortauf die 11000 unter der Führung der heil. Ursulavon der römischen Pilgerfahrt heimkehrenden Jungfrauen.Sie wurden sammt ihren wenigen männlichen Genossenvon den Barbaren in der scheusslichsten Weise auf demTerrain, welches sich zwischen dem östlichen Endeder Trankgasse, dem Eigelsteinsthor, dem Entenpfuhl,dem alten Graben bis zu der an der Löwenpforte ge-legenen Ursulakirche hinzieht, am 21. Oktober ermordet.Noch bis zu dieser Stunde feiert die kölnische Kirchediesen Tag zum Gedächtniss der h. Märtyrer. EineUrkunde des Erzbischofs Philipp von Heinsberg ao 1178bezeichnet diesen Bezirk, gestützt auf die ClematianischeInschrift, als einen Märtyrerplatz; die Inschrift wurde vonProf. Ritschel in Bonn ausdrücklich im Gegensatz zu Ennenals echt bezeichnet.Noch heut zu Tage", sagt KesselS. 177,zeigen die meisten Gebeine der ursulanischenJungfrauen die Spuren eines furchtbaren Marterthums;viele Häupter sind durch scharfe Instrumente gespaltenoder es sind noch blutige Verletzungen am Haupte und inden noch erhaltenen Haaren ersichtlich; manche Oberleibersind unzweifelhaft gewaltsam durchgehauen; in manchenstecken noch die Pfeile, mit welchen sie niedergeschossensind. Verstümmelte und abgehauene Gliedmassen, Arme,Füsse, Hirnschalen, Kinnladen u. s. w. bewahrt die goldeneKammer der Ursula-Kirche noch viele auf. Diese mit denMarterzeichen noch versehenen Gebeine geben uns diebeste Beschreibung wie die. Hunnen in Köln verfahrensind. Wahrlich! eine zu jener Zeit entworfene Schilderungder Gräuelthaten, welche die Hunnen in der Stadt Kölnverübt haben, würde uns kein lebendigeres Bild vonjenem tragischen Ereignisse vor die Seele führen als esdiese h. Reliquien vermögen."

Wichfried schenkt dem Ursulastift die Kirche zu Kelzund mansum in villa Wudescheim (Jakobwüllersheim) 931.In einem Register von 1374 heisst der Ort Wichesheim.

Verschiedene Schenkungs- und Stiftungs-Urkundenliefert Crombach. Martyrium S. Ursulae. Colon. Agripp. 1647.

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