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1 (1892) Die Erzdiöcese Köln im Mittelalter
Entstehung
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VII. Die Bildung der Archidiaconate.

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eine grosse historische Vergangenheit zur Seite gestandenhätte, gab es hier nicht und ebensowenig waren hier jemalsChorbischöfe vorhanden gewesen.

Ueberschaut man die Bildung der verschiedenen Archi-diaconatbezirke, so überzeugt man sich bald, dass keinswie das andere entstanden ist; jedes einzelne hat durchdie Verhältnisse, welche sein Entstehen nothwendig machten,einen eigenartigen Stempel aufgedrückt erhalten.

Kommen wir noch für einen Augenblick auf das obenangezogene Document zurück, so ist nur zu bedauern, dassdie beiden Pröbste und Archidiaconen von Bonn undXanten, da sie sich auf die prima constituio berufen, keineUrkunden anführen, woraus das erste Entstehen der Archi-diaconate leicht entnommen werden könnte. Es ist ein-mal gewiss, dass ihre Gerechtsame weder genau bestimmt,noch durch eine Praxis befestigt waren.

Einige wollen aus den Worten a prima constitutione,verglichen mit den frühern Ausdrücken der Synode: eratinter fratres antiqua et interminata quaestio, auf ein hohesAlter der Archidiaconate schliessen, und dadurch sogar dasZeugniss des Waso verdächtig machen; allein hierzu möchtendoch diese Worte wenig Grund darbieten. Der Streit kannmit Recht alt und nicht ausgemacht genannt werden, wenner acht bis zehn Jahre gedauert hat. Er fing wahrschein-lich mit dem Antritt des Probstes Gerard, der auf das Jahr1127 gesetzt wird, an und dauerte noch im Jahre 1138,mithin elf Jahre fort. Er währte aber auch noch unterdem Papste Eugen III. und unter dem Bischof Arnold II,bis auf das Jahr 1154, wo er wieder in einer Synode an-hängig gemacht wurde. Die Worte: Quibus Ecclesiisoder Praeposituris Archidiaconatus a prima constitutione(oder fundatione wie in der Synode unter Arnold II.) con-juncti sunt, sind so zu übersetzen: Mit welchen Kirchendie Archidiaconate von ihrer der Archidiaconate näm-lich ersten Einrichtung an verbunden sind. Die primaconstitutio bezieht sich daher nicht auf die Präpositur-kirchen, sondern auf die Anordnung der Archidiaconen.Bei den Synoden bedienten sich die Pröbste selten deszusätzlichen Titels Archidiacones, und was noch auffallen-der ist, die Unterschriften sind meistens ohne feste Ord-nung, besonders bei den Pröbsten zu Bonn und Xanten.Bald steht der Probst von Xanten gleich nach dem Probstund nach dem Dechant der Metropolitankirche, bald vor dem

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