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1 (1892) Die Erzdiöcese Köln im Mittelalter
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Die geschichtliche Grundlage der Erzdiöcese Köln.

das Decanat benannt wäre.*) Wäre dieses der Fall, sowürde man bald die ältesten Pfarrkirchen eines jedenBisthums kennen. Bedenkt man aber, dass die Decanatezu verschiedenen Zeiten verschiedene Namen führten, dassmanche unter ihnen nicht einmal nach Kirchen benanntsind, z. B. das Aargauer, das Eifeler Decanat; endlich dass, jene Behauptung höchstens nur als Ausnahme wahr seinkann, so ist einleuchtend, dass man in Bezug auf dasAlter der Pfarrkirchen nicht so ohne weiteres bestimmte.Schlüsse machen darf. Viele Kirchen, die den Decanatensogar den Namen gaben, lagen durchaus nicht in der Mitteund manche Decanate hatten eine zu grosse Ausdehnung,um von vornherein die Verrichtung der Taufhandlung ineiner einzigen Kirche rein unmöglich zu machen. Es lässtsich auch nicht einsehen, wie das Amt des Decans vondem Pfarrer der Taufkirche auf die Vorsteher seiner ehe-maligen Kapellen habe übergehen können. Da dasselbeder Regel nach nicht einer gewissen Kirche anhaftete,sondern bald von dem Pfarrer dieser, bald jener verwaltetwurde, so schliesst man vielmehr daraus mit Recht, dassdie Pfarrer, als die Decanien sich bildeten, gleiche Rechtehatten. Der Canon, auf den die Vertheidiger der obigenBehauptung sich berufen, sagt: in una terminatione sollennicht mehr Taufkirchen sein als eine. Dass aber unterdem Ausdruck terminatio die decania zu verstehen sei, da-für müsste erst noch der Beweis erbracht werden. Dazu istjener Canon zu Toledo in Spanien entstanden und kann somitschon von vornherein nicht Anspruch auf den Charakter einesgeschichtlichen Beweises für Deutschland erheben.

Manche Anhaltspunkte müssen zusammentreffen, wennman unabhängig von einem zufällig nicht vorhandenen Urkun-denmaterial das Alter einer Kirche bestimmen will. Im All-gemeinen kann man sagen, dass wenigstens auf demLande die ältesten Kirchen mit einer gewissen Vorliebe aufHügeln gebaut wurden und die Kirchen sich durch eineverhältnissmässig beträchtliche Höhe bei grosser Kleinheitder Fenster auszeichnen. Besteht neben der Kirche nochein besonders errichtetes Baptisterium oder ist ein Tauf-stein von ungewöhnlicher Grösse vorhanden, so deutendiese Thatsachen immer auf ein hohes Alterthum, da infrüheren Zeiten die Taufe unter Eintauchen des Täuflings

*) S. Neiler de pleb. Arehipresbyteris cap. 3.

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