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Jetzt hatte ei* Müsse genug, über sein bisheriges Lebenund die Errungenschaften desselben nachzudenken, und esmag ihn ein eigentümliches Gefühl beschlichen haben, wenner sah, was er hätte leisten können, und was er geleistethatte. Deutschland war auf's fürchterlichste verwüstet, seinWohlstand zerrüttet, seine Bewohner durch den langenBürgerkrieg verwildert und verkommen; aber das alles kamkaum in betracht gegen die dauernden unheilvollen Folgen,welche sein verkehrtes Handeln dem Vaterlande brachte.Zwar hatte er erreicht, was er mit leidenschaftlicher Hart-näckigkeit und trotzigen Sinnes erstrebt, die einzelnen Fürstenwaren selbstständiger geworden, wie je zuvor, aber damitwar auch der Grund gelegt zum Verfalle der Macht desReiches, welcher von jetzt an unaufhaltsam vorwärts schritt.Wie herrlich sich später auch noch im Einzelnen der Reich-tum des deutschen Lebens entwickeln mochte, für das Ganzesind seit jenem Tage, wo Adolf durch die unselige ErhebungOttos dem Könige einen König gegenüberstellte und desReiches Krone für Geld und Gunst an die Interessen desAuslandes verkaufte, die Zeiten der Macht und Grösse nichtwiedergekehrt. Einsam und verlassen starb der einst all-mächtige, jetzt von allen vergessene Erzbischof am 15. April1220 1 ) und wurde im Kloster zu Altenberg beigesetzt.
') Necrol eccl. maj. bei Böhmer, f. III, 343; ob er gerade iuNeuss, wie Picker, Engelb. p. 221 anuimmt, seine letzte Zeit verbrachthabe und dort gestorben sei, lässt sich, soviel ich weiss, nicht belegen,necrol. eccl. maj , welches er zitiert, hat nur das Datum seines Todes.Seine Beisetzung zu Altenberg berichtet Caes. Oat. aep. fönt. II, 281.