94
Antwort auf seine Bitte, „dich unter unsere Hand zu beugen,die nicht nur stark und mächtig, sondern auch reich undfreigiebig ist und ebenso leicht den Stolzen zu demütigenvermag, wie den Demütigen zu erheben, überhaupt dem Ein-zelnen zu vergelten nach seinen Verdiensten, dem Demütigenund Gehorsamen mit Ruhm und Ehre, dem Verstockten undUngehorsamen mit Strafe und Züchtigung; darum bemühedich, uns in dem zu besänftigen, worin du uns beleidigt hastund mit Bereitwilligkeit und Reue zu dem zurückzukehren,den du so unrühmlich verlassen, und es soll dir die sichereHoffnung bleiben, dass du darin dich erhebst, worin du ge-fallen bist und wenn nicht auf den Platz, den bereits einanderer inne hat, so doch auf den gestellt wirst, den erstjemand einnehmen soll. Möge daher jener Geist der Wahr-heit dein Herz erleuchten, der erleuchtet, wen er will, aufdass es einen gesunden Entschluss fasse und ohne Wankendas zu vollbringen sich bestrebe, was für Seele und Leiballein heilsam ist, und wodurch du dir die göttliche undunsere Gnade erwerben kannst. Thuest du das, dann ver-traue fest darauf, dass wir dem Beispiele desjenigen nach-ahmen Averden, welcher sagt: „Wendet euch zu mir, undich wende mich zu euch'", im andern Falle aber magst dudich nicht wundern, wenn deine letzten Dinge ärger werdenals die ersten und dies nicht unserer Härte, sondern deinereigenen Unklugheit zuschreiben, da du es verschmähst, heil-samen Ratschlägen zu folgen und berechtigte Ermahnungenzu beachten." 1 )
Dieser Brief, welcher Adolf die Aussicht auf das KölnerErzbistum ein für alle Mal hatte nehmen sollen, trug beider unerwarteten Wendung der Dinge viel dazu bei, seine
') Eeg. de neg. imp. no. 166. Wenn Ann. Cul. Max. p. S23 zuerzählen wissen, dass auch Adolf der Aussöhnung wegen zu Brunonach Köln gekommen und dem Befehle des Papstes gemäss sich seinerOberherrliclikeit unterworfen habe, so kann sich das nur auf eine Unter-ordnung unter die geistliche Jurisdiktion Bruno3 beziehen. Seine An-sprüche auf das Erzbistum hat er nicht fallen gelassen.