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zutreten drohte, war er doch überrascht und bestürzt. SchnellesHandeln that not, wenn nicht alles verloren gehen sollte.An Adolf selbst zu schreiben hielt er zwar nach den vielen,vergeblichen Ermahnungen, die er ihm hatte zu teil werdenlassen, unter seiner Würde, aber er befahl am 29. OktoberSigfrit von Mainz, Johann von Kambray und dem BonnerPropst Bruno von Sain, ihm ernstlich vor den versammeltenPrioren ins Gewissen zu reden, und sollte er etwa durchungerechte Behandlung von Seiten Ottos oder dessen Bruderszum Abfall getrieben werden, ihm vollkommene Genugthuungzu verschaffen; beharre er trotzdem in seinem Ungehorsam,dann werde der apostolische Stuhl nicht zögern, die Axtan die Wurzel des unnützen Baumes zu legen uud anseine Stelle einen andern zu pflanzen, der die Fruchtder Süssigkeit nnd des Wohlgeruches hervorbringe. DieseDrohung sollte öffentlich verlesen und die Geistlichkeitund Bürgerschaft von Köln auf das eifrigste ermahnt werden,nicht zu gestatten, dass ihre Kirche und ihre grosse, prächtigeStadt, welche an Ruhm und Herrlichkeit weit über alleanderen Städte des Reiches hervorrage, mit der Schmacheines solch schändlichen Verrates befleckt werde. 1 )
Als das päpstliche Schreiben in Köln einlief, war längstalles verloren. Der siegreiche Feldzug Philipps nach Thüringen,die rasch auf einander folgende Unterwerfung des Landgrafen,des Böhmenkönigs, vor allem aber der Uebertritt des Pfalz-grafen Heinrich 2 ) hatten Adolfs letzte Bedenken zerstreut.Auf einer Zusammenkunft zu Andernach erklärte er den Be-vollmächtigten des staufischen Königs, dem Erzbischofe Johannvon Trier und den Bischöfen von Konstanz und Speier, aufdie vereinbarten Bedingungen hin seinen Parteiwechsel voll-ziehen zu wollen. 3 )
*) Reg. de neg. imp. uo. 113.
a ) Dass derselbe erst nach dem thüringischen Feldzuge geschah,darüber Exkurs II.
3) Ann. Col. Max. p. 819,