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Vorläufig nichts davon merken zu lassen. Seine Pflicht gegenden König erfüllte er, wie sie ihm der Vertrag auferlegte,sonst kümmerte er sich nicht weiter um sein Wohlergehen.')
Trotzdem nahm Ottos Sache in der nächsten Zeit einengewaltigen Aufschwung. Im Sommer 1203 traten LandgrafHermann und König Ottokar von Böhmen offen zu ihm überund schlugen mit seiner Hilfe einen Angriff Philipps aufThüringen glänzend zurück. Auch in Süddeutschland eröffnetenihm die heftigen Fehden zwischen Herzog Ludwig von BaiernundBischof Konrad vonRegensburg überraschende Aussichten. 2 )Spätestens zu Lichtmess 1204 hoffte er, wie aus einer Mit-teilung an Innocenz hervorgeht, 3 ) die Huldigung der süd-deutschen Fürsten entgegennehmen zu können, um danndurch einen kühnen Zug nach Schwaben den Thronstreit zumglücklichen Ende zu bringen.
Während sich so der Weife schon am Ziele seiner Wünschewähnte, zogen im Nordwesten schwere Gewitterwolken auf.Erzbischof Adolf war inzwischen nicht müssig gewesen, erhatte- in Herzog Heinrich von Brabant einen mächtigenBundesgenossen gesucht und gefunden. Weswegen eigentlichletzterer die Sache seines künftigen Sckwiegersohnes aufgab,ist nicht recht ersichtlich, wahrscheinlich, weil dieser keinebesondere Lust zeigte, sein Eheversprechen vom Jahre 1198zu halten. 4 ) Zum thüringischen Feldzuge hatten weder, Adolfnoch Heinrich ihm Zuzug geleistet, und wenig half es, dasser deswegen bittere Klage beim Papste führte; 5 ) ihre Antwortwar die Erneuerung des alten Schutz- und Trutzbündnisseszwischen Brabant und Köln. Zwar geschah dieselbe auf denRat der Prioren, Edlen, Dienstmannen und Bürger des Erz-
!) Reg. de neg. imp. no. 100 vom 12. Dezember 1203: „uune autemqua occasione nescimus, eum videris penitus reliquisse."*) vgl. Winkelmann I, p. 310.
3 ) Reg. de neg. imp. no. 106.
4 ) vgl. darüber Leo, Vorles. z. d. Gesch. III, 75 u. Winkelm.I, 221. 2.
5 ) Reg. de neg. imp. no. 99. 100.