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Oberrhein rüttelte ihn aus seiner Apathie auf, und als einmalseine Thatkraft geweckt, sein Interesse wieder rege gewordenwar, entwickelte er eine ungemeine Rührigkeit. Sein Planging dahin, sich mit seinen Anhängern in Thüringen undam Mittelrhein in seines Bruders Pfalzgrafschaft zu ver-einigen und dann gemeinsam mit ihnen den oberrhei-nischen Fürsten seiner Partei die Hand zu reichen. Gelanger, so konnte noch alles gut werden, und unverzüglich ginger an die Ausführung. Um den Herzog von Brabant dafürzu gewinnen, erneuerte er sein Verlöbnis mit dessen Tochter,und auch Erzbischof Adolf wusste er von der Vortrefflich-keit des Unternehmens zu überzeugen. Mit einem zahlreichen,vornehmlich aus kölnischen und brabantischen Truppen be-stehenden Heere zog er den Rhein herauf durch das Gebietvon Trier, welches er zur Strafe für den Abfall seines Erz-bischofs hart züchtigte. Aber er kam nicht weiter ab bisBoppard. Vergeblich erwartete er hier den Zuzug seinerParteigenossen; Landgraf Hermann wurde vom tapfernKuno von Minzenberg aufgehalten, und am Mittelrhein schlugsich Graf Emicho von Leiningen nebst den übrigen, weifen-freundlichen Grossen mit dem kriegslustigen Bischöfe Lupoidvon Worms in heftigen und erbitterten Fehden herum. In-zwischen war Strassburg gefallen, und als nun Philipp zurUnterstützung Lupolds herbeieilte, ergab sich der Graf ohneweiteren Widerstand. Otto hatte es nicht gewagt, handelndin die Aktion mit einzugreifen, so scheiterte sein gut ange-legter Plan, und unverrichteter Dinge kehrte er nach Kölnzurück. 1 )
i) Ann. Col. Max. p. 808. Eeimchr. p. 525. Böhmer-Fieker, reg.imp no. 211. i und Abel p. 96 bringen Ottos Zug rheinaufwärts mit denmittelrheiniBchen Fehden zwischen Lupoid v. Worms einerseits und demGrafen v Leiningen, Werner v. Bolanden und ihrem Anhange anderer-seits, sowie des Landgrafen und Kunos v. Minzenberg in Verbindung.Winkelmann I, 144. 2. weist das ab, weil Ottos Zug erst in aestatebegann, während jene Fehden bereits am 13. Mai beigelegt gewesenseien Er weiss freilich nichts weiter dafür anzuführen, als dass derBischof v. Worms und Werner v. Bolanden in einer Urkunde Philipps