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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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scheidenen deutschen Wünsche in den Strudel der Ereignisse hinein-gezogen. Die einzelnen Krisen habe ich nicht zu behandeln, ich nennenur die in Nordchina, in Südafrika und in Marokko, die mit einemMißerfolge endete.

Der Stein des Anstoßes blieb für Frankreich Elsaß-Lothringen;für Österreich war es der Balkan. Das Kaiserhaus hatte die Türkenabgewehrt und war bis in den Vereich der griechisch orthodoxenKirche gelangt. Die sich dort entwickelnden Staaten ganz demrussischen Einfluß zu überlassen, erschien als völlig unmöglich. DerGegensatz zwischen Nußland und Österreich war im Grunde kaumüberbrüctbar. Für Italien stand infolge der Lage einer Neihe seinerHauptstädte und der langen Eisenbahnstrecken am Meere eines fest:Es konnte sich mit England nicht entzweien. Das aktive VorgehenFrankreichs an der nordafrikanischen Küste entzog ihm Gebiete, indenen sich der Überschuß seiner Bevölkerung hätte unterbringenlassen. Da daneben im Volke seit 1866 der Gedanke fortlebte, auchdie italienischen Teile Tirols, Triest usw. zu gewinnen, ergab sichein starker Gegensatz zu Österreich. In allen Ländern wuchs derEinfluß des Volkes auf die Politik, auch auf die auswärtige. DasZarentum wurde von der vanslawistischen Idee erst umspült. Wirdeinst von ihr ein Zar fortgerissen werden, wenn andernfalls seinThron unsicher werden würde? In manchen Staaten treten diealten Diplomatenfamilien zurück, die nicht gern die Entscheidungvon Krisen Generalen übergeben. In den parlamentarisch regiertenStaaten kommen mehr und mehr Advokaten ans Nuder. Vismarckund seine Nachfolger haben niemals zu einem Kriege gedrängt. Auchin günstiger Stunde suchten sie nie einen Präventivkrieg herbeizu-führen. Es war kein Glück für Deutschland, daß gerade in Verlin(1878) nach dem Siege der Nüssen über die Türken der Valkanstatusgeordnet wurde; denn Nußland rechnete es Deutschland zur Last,daß es vor Österreich und England von dem Vorfrieden zurückwich.

Das 1872 zwischen dem Zaren, dem Kaiser von Österreich unddem deutschen abgeschlossene Treikaiserbündnis war damit ent-wertet. Als diese Stimmung zutage trat, schloß Vismarck im Ok-tober 1879 ein Vündnis mit Österreich ab. Kaiser Wilhelm I. hatteheftig widerstanden, dazu seine Genehmigung zu geben. Ihn leiteten

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