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x. Die Zeit des Deutschen Kaiserreiches bis 1914
99. Die Verträge mit den Südstaaten. Die Kaiserproklamation
Die innerdeutschen Kräfte. Verhandlungen. Bayern. DieFrage nach dem Kaisertitel. Kaiserproklamation
Das gemeinsam von Volksgenossen verschiedener Staaten für dasGesamtvaterland vergossene Vlut erwies sich als ein Bindemittel, dasin Friedenstagen nicht brüchig werden konnte und sollte. Die Heimatsah in dem Heldenkampfe gegen den alten Feind deutscher Einigungdie innere Notwendigkeit, das, was seit 1848 versucht worden war,zum Ende zu führen. Der partikularistische Geist erlahmte in Baden,in Württemberg. Selbst in Bayern, wo namentlich das altbayerischeLandvolk politisch durch die „Patriotenpartei" vertreten war, hatsich am Ende der Verhandlungen doch ein Teil dieser Partei aufdie Seite der Einigung geschlagen und damit dieses Werk vollendet.
Viel ernster war die Gefahr, daß nicht alle süddeutschen Fürstensich eines erheblichen Teiles ihrer Souveränitätsrechte entäußernwürden. Der machtloseste, der Großherzog von Hessen, tat es mitden Worten, sein kleiner Finger sage ihm, daß das nicht lange dauernwerde. Der König Karl von Württemberg zögerte zuweilen unterdem Einflüsse seiner Gattin, einer russischen Großfürstin. Der Herr-scher auf dem deutschen Glacis, der Großherzog Friedrich von Baden,hatte längst den Eintritt in den Norddeutschen Bund nachgesucht.Ihm gegenüber verharrte Vismarck auf dem Standpunkte, daß ergerade mit diesem allerzuverlässigsten Bundesgenossen nicht denAnfang machen dürfe. Die meisten Schwierigkeiten waren von demKönige von Bayern zu erwarten; denn er, schon damals kaum nochgeistig normal, lebte in einer Traumwelt voll von königlicher Hoheit,aber praktischer Untätigkeit. Auf seinen Schlössern in den Bergenwar er von den Ministern kaum zu erreichen. So kam es dazu, daßdiese ohne Fühlung mit ihm oft von sich aus handeln mußten. Gerade
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