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VI. Der Zusammenbruch des Reiches
60. Die Französische Revolution
Ihr Eindruck. Grenzlande. Emigranten. Kriegserklärungan den König von Ungarn. Neichskrieg. Polens zweite Tei-lung. Friede Preußens zu Basel 1795
Der Geist der Aufklärung hatte in Deutschland weite Kreise er-griffen, fast alle Fürsten. Ein großer Teil des Adels, der Gelehrten,auch manche bürgerliche Kreise huldigten ihm. Sie sahen nicht, daßaus den Prinzipien einer vernünftigen Staatsordnung sich Fol-gerungen ergaben, die gerade den deutschen auf Privilegien fußendenZuständen völlig widersprachen. Im benachbarten Frankreich ent-sprang aus dem Konflikte der Krone mit dem obersten Gerichtshofe,dann mit den Generalständen, also mit den in einem Einheitsstaateentwickelten Kräften, eine Revolution. Sie erschütterte die Grund-lage des Staates, weil das Königspaar kein Programm für eine maß-volle Reform hatte und dann glaubte, durch Hilfe des Auslandes demAnheile entgehen zu können. Die neuen, einfachen Prinzipien Frei-heit, Gleichheit und Brüderlichkeit ergriffen das Volk, auch weiteKreise des Adels, der seine Privilegien großenteils freiwillig opferte.
Tiefe Bewegung schlug auch ins Reich hinüber, wo aber bald ihreAusschreitungen die Gemüter erschreckten. Folgenschwer war es aber,daß die Nevolutionsbewegung in die Zwitterlandschaft des Elsasses,Deutschlothringens und an der Saar eindrang: in die französischgewordenen Gebiete, auch in die wenigen noch zum Reiche gehörigenHerrschaften und in die Gebiete deutscher Fürsien, die noch eine halb-staatliche Unterverwaltung besaßen. Seit 1648 hatte Frankreich viel-fach die Annexion unter diesen altväterlichen Bedingungen vollzogen.Das Wesen dieser Territorien stand in schroffem Gegensatze zu demneuen Geiste.
Der französische Adel, der sich dem neuen Rechte nicht fügenwollte, hatte das Land verlassen, und solche Emigranten, darunter
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