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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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richtung eines wirtschaftlichen Generalstabes gedrungen. Er hättedie mit einer Mobilmachung notwendig werdenden Maßnahmenim voraus in ruhigen Zeiten durchdenken können. Diesem Stäbehätte freilich eine größere Gegenwartsaufgabe gefehlt, die jene inder Erziehung und Ausbildung der Streitkräfte zu Land und zuWasser besaßen. So mußte in aller Hast, als der Weltkrieg ausbrach,die Wirtschaft umgestellt werden.

Frankreich besaß einen obersten Kriegsrat; das Teutsche Neichnicht. Ja es hatten die Generalstäbe der Armee und der Marine ihreFeldzugspläne so wenig abgestimmt, daß die Marine von demDurchmarsche durch Belgien etwas Entscheidendes erst erfuhr, alser begonnen war.

Als nach der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand am5. Juli 1914 das Handschreiben Kaiser Franz Josephs dem Kaiserüberreicht worden war und nun die Behandlung der Krise festgelegtwerden mußte, wurde kein Kronrat berufen, der Kaiser begnügtesich, einzeltl die Nessortchefs oder ihre Vertreter zu berufen. Amfolgenden Tage trat der Kaiser seine Nordlandreise an.

105. Äußere Politik bis 1914

Bundesgenossen. Dreibund. Entente. Ausbruch des Welt-krieges

Die Macht eines Staates wird verstärkt durch Bündnisse mit einemoder mehreren anderen Staaten. Sie können durch Herzlichkeitdes Verhältnisses zweier Monarchen gefestigt sein. Ein solches be-stand zwischen Kaiser Wilhelm I. und dem Zaren Alexander II.Umgekehrt war die Spannung zwischen dem englischen KönigEduard VII. und seinem Neffen Kaiser Wilhelm II. für das TeutscheNeich, in ihren Endwirkungen auch für England, verderblich.

Der kritische Naum der Politik war ungemein erweitert worden,er umfaßte die gesamte Welt. Um 1870 hatte Mitteleuropa keinenAnteil an den Kolonien. Das Deutsche Neich und Italien wolltenaber auch auswärts Platz an der Sonne. Durch diese von allenMächten erstrebten imperialen Ziele wurden auch die relativ be-

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