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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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ix. Die Zeit des Norddeutschen Bundes. 1867-1870

9). Das ausgeschiedene Österreich

Die veränderte Grund läge des Kaiserstaates. Ausgleich mitUngarn. Zisleithanien. Dezember Verfassung. Innere Span-nungen. Spaltung des deutschen Volkes

Das Ausscheiden Österreichs aus dem alten Staatszusammenhangwar, wie dieses Buch zeigte, die letzte Konsequenz der Trennung vonKaiser und Neich. Dieser Gegensatz hatte seinen tiefsten Grund indem Siege des Rechtes der Stände, den König zu wählen, über dasErbrecht der königlichen Dynastie.

Im Frieden von Prag war die Ehescheidung erfolgt. Österreichwar fortan ein aus vielen Landgebieten zusammengesetzter Dynastie-siaat. Die Dynastie hatte bisher ihre Macht vor allem auf die dreiKräfte: den Sochadel, das Heer und den Katholizismus gestützt.Der Hochadel stellte sich zu erheblichen Teilen auf die Seite derNationen, angesichts der liberalen Zeitströmung schwand der Ein-fluß der Geistlichkeit, und selbst in das Heer drang, wenn auch lang-sam, der Einfluß nationaler Gesinnungen.

Österreich, aus Deutschland ausgeschlossen, hatte dort keinen Ein-fluß mehr und verlor auch den Zulauf talentvoller Köpfe, die bisherim Heere, Veamtentume und unterricht oft hohe Stellungen er-reicht hatten. Das Deutschtum litt darunter. Es war in der Gesamt-monarchie und auch im durch den Ausgleich von 1867 entstehendenZisleithanien in der Minderheit (etwas über 36°/«). Von allenandern Vollem hatten die Magyaren und ihr Königreich, in dem sienicht die volle Mehrheit hatten, die stärkste politische Überlieferung.

EinAusgleich" mit Angarn war schon vor Königgrätz vom Kaisererstrebt worden. Er war nunmehr eine Notwendigkeit. Jedoch dieGestalt, die ihm gegeben wurde, war für Ungarn zu günstig. Dervon Sachsen her berufene Ministerpräsident von Veust, der auf

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