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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Schlußwort

unser Weg durch die Dynamik der deutschen Geschichte war einPfad, der oft durch Schatten führte. Wer einen Wald kennenlernenwill, darf nicht nur von einem Flugzeuge aus sich an den sonnen-bestrahlten Wipfeln erfreuen. Er muß Wege und Pfade einschlagen,die meist im Schatten an den tragenden Stämmen und durch dasDickicht der Iungbiiume und Stauden führt. Der Kulturhistorikerwandelt im Sonnenscheine über saftige Wiesen und durch Vlütenund Frucht tragende Äcker. Erst wer beides nachdenklich durch-wandelt hat, kennt eine Gegend, kennt seine Heimat.

ilnser Volk hat wie jedes andere schwere Zeiten durchlebt, wirvielleicht schwerere als andere. Aber unser Volk, so überaus tief esniedergebeugt ist, ersieht aus diesem Buche, daß es nie ganz glücklicheTage erlebte, daß es jedoch sich immer aus seinen Katastrophenwieder erhob. Das Selbstbewußtsein darf uns nicht entschwinden.Aber wir dürfen auch nicht die Lehren der Vergangenheit beiseiteschieben, müssen vielmehr aus ihr die Kräfte, die Narben und Span-nungen kennenlernen, die auch uns noch beherrschen.

23. Dezember 1932.

Seitdem ich diese Worte niederschrieb, sind wir in eine Zeit neuerStaatsformung eingetreten. Sie hat bereits viele von den über-kommenen Narben und Spannungen beseitigt und hat im Volke dieLiebe zum Vaterlande gesteigert, wie nur je in den besten Tagender deutschen Geschichte.

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