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auch andere Gedankengänge. Er wollte eine Finanzreform desReiches, er wollte ihm neue Einnahmequellen verschaffen. Mitdem Tabakmonopole scheiterte er, wie mit der Abernahme alleroder doch der Privatgesellschaften gehörigen Eisenbahnen auf dasReich. Preußen fügte von 1879 bis 1890 durch Kauf fast das ge-samte Netz der Privatbahnen dem Stammnetze hinzu. Da Bis-marck des Partikularismus nicht Herr geworden war, handelte erals preußischer Partikularist. Monopole entziehen sich mehr demalljährlich wirkenden Vudgetrechte als direkte Steuern. VieleParteien verfolgten das Ziel, das Vudgetrecht des Reichstageszu stärken. Vismarck sah es jetzt als Aufgabe des Reiches an, daßder Staat als der Erbe des Zollvereins eine Wirtschaftspolitik imSinne des Schutzes der nationalen Arbeit führe. Von der Land-wirtschaft und der Eisenindustrie wurde gleichmäßig ein Schutzzollgefordert.
Vismarck konnte sich dabei nicht mehr auf die liberalen Parteienstützen, er mußte eine neue Mehrheit im Reichstage finden (1878).Die Zeit vorwiegenden Einflusses der Nationalliberalen Partei warabgelaufen, aber er fand keine ihm immer sichere einheitliche Mehr-heit, als er von 1878 an sich auf die Konservativen und das durchden Kulturkampf schwer gekränkte Zentrum zu stützen begann. Damiteröffnete sich die zweite Periode seiner Neichskanzlerschaft, in derVismarck nicht ohne Kompromisse auskommen konnte. Die Konser-vativen hatten außerhalb Altpreußens nur schwache Werbekraft,der rechte Flügel der Liberalen war stark geschwächt. Die Zentrums-partei enthielt die katholischen Kreise, viele waren einst Großdeutschegewesen. Seine Abgeordneten gingen in manchen Fragen ausein-ander, doch meist fanden sie eine Einigung unter sich. Der Kultur-kampf hatte sie zusammengeschweißt.
Vismarck hatte kein rechtes Verständnis für die Organisationder Kirchen, der katholischen wie der protestantischen, und für derenEinfluß auf die Gesittung des Volkes, aber sein Sinn für die Religionwar stark, wie uns die jetzt bekannt gewordenen unterstrichenen Stellenseiner abendlichen Lektüre der „Losungen" beweisen. Die katholischeKirche hatte durch den Syllabus und die Erklärung der dogmatischenUnfehlbarkeit des Papstes in ihren Reihen ernste Konflikte hervor-
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