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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Menschen zu dauernder Niederlassung oder zu zeitlich bemessenerTätigkeit. Sie lieferten dem Vaterlande und seinem Handel wert-volle Nohstoffe. Sie waren ein lebensnotwendiger Besitz.

Eine weitere Ausdehnung der Tätigkeit des Deutschen Neichesbestand in der in edelster Gesinnung vorbereiteten sozialen Gesetz-gebung. Ihr geht eine Veränderung des Wirtschaftssystems voraus.Im Norddeutschen Bunde hatte, von Nudolf Delbrück getragen,der Gedanke, dem Individuum alle Schranken der Vetätigung seinerKräfte zu nehmen, geherrscht. Freizügigkeit und Gewerbefreiheitwurden gefördert (1869 Gewerbefreiheit, 1870 Aktiengesetz). DieMittelstandsbewegung brachte Einschränkungen (Arbeiterschutzgesetz1891, Handwerkergesetz 1897 und die Gewerbeordnung von 1900).Das Gesetz über den Anterstützungswohnsitz von 1870 sah von Staats-angehörigkeit und Geburtsort ab und forderte für die Anterstützungs-pflicht nur einen befristeten Wohnsitz an dem betreffenden Orte.Bayern verzichtete schließlich auf seine Sonderstellung. Deutschlandhatte, seit 1870 schneller, seinen Wirtschaftscharakter verändert.Großkapital und Industrialisierung! Die von der Landwirtschaftlebende Bevölkerung blieb gegenüber der vom Lande her ständigverstärkten, in Industrie und Bergbau tätigen Arbeitnehmermasse imAnwachsen zurück. Auch aus dem Auslande kamen landwirtschaft-liche Saisonarbeiter und noch zahlreichere Industriearbeiter und Berg-leute. Auf dem Lande vermochte die christliche Eharitas in etwa derNot der Armen zu steuern, Knappschaftskassen auch der Not derBergleute. Aber weite Kreise verfielen durch Anfall, durch Krank-heit und Alter der Not. Neue Maschinen warfen Arbeiter auf dieStraße. Mit den drei Worten: Freihandel, Freizügigkeit und Ge-werbefreiheit ist auch die Wirtschaft der siebziger Jahre charakteri-siert. Man mischte sich nicht oder wenig in die Beziehungen derArbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die ersten Gedanken einer staatlichen Pflicht zur Fürsorge fürdie wirtschaftlich Schwachen sprach, Anregungen des sozial denkendenZentrumsabgeordneten Freiherrn von Schorlemer folgend, der west-fälische Graf Galen im Reichstage 1877 aus. Beim Neichskanzler,der 1880 aussprach, daß der Staatssozialismus überhaupt nur eineKonsequenz der modernen christlichen Staatsidee sei, regten sich

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