marcks veröffentlicht und erläutert. Taraus ergibt sich, daß Vis-marck nicht von vornherein auf einen Krieg hinarbeitete und nochsehr lange eine friedliche Lösung für möglich hielt.
Wir haben gesehen, wie die Geheimpolitik Napoleons ein groß-artiges Minensystem nahezu fertig hergestellt hatte, die spanischeKandidatur war — um in dem Onckenschen Bilde zu bleiben — nurdie einzige Gegenmine Vismarcks. Entscheidend waren zwei Dinge.Einmal, daß die Geheimpolitik des Kaisers sofort von den führen-den Ministern übernommen wurde, als sie ihnen bekannt wurde.Ollivier, an sich viel zu schwach, um zu widerstehen, gab schließlichdem Kriegsgedanken den Segen des parlamentarischen Minister-präsidenten. Der neue Minister des Auswärtigen, jener Herzog vonGramont, war ebenso unfähig, mit Geschick die diplomatischen Ge-schäfte zu führen wie die Kammern zu beherrschen, an die er sichin seinem Tatendrange sehr früh wandte und wo er heftige Worteredete. So nahm die französische Politik ein rasendes Tempo an.
Wie ganz anders hatte kurz zuvor Vismarck gehandelt, als dienationalliberale Fraktion im Norddeutschen Reichstage den Antrageinbrachte, den Anschluß Badens an den Norddeutschen Bundherbeizuführen. Er wehrte den Drängern. Er wolle nicht den Milch-topf — die süddeutschen Staaten — absahnen auf die Gefahr hin, daßder Nest sauer werde. Zugleich verwies er jene wie das Auslanddarauf, daß das Präsidium des Bundes in Süddeutschland ein Stückkaiserlicher Gewalt ausübe, wie es im Besitze der deutschen Kaiserseit fünfhundert Jahren nicht gewesen sei.
Von einem französischen Parlamente ist nicht zu erwarten, daßes eine durch die alten Triebe zur Expansion geleitete Negierungzügeln wird. Von Anfang der Krisis an drängten zudem die Kaiserin,viele Generale, alte Ministerpräsidenten wie der Absolutist Nouher,der Parlamentarier Thiers, auch Republikaner zu scharfer Politik.In der Presse verlangte der Monarchist Gramer de Cassagnac offendas linke Nheinufer. Es war die spanische Frage nur der Vorhang,dahinter stand für die weitesten Kreise die deutsche Frage, der Nhein.
Sie aber aufzurollen enthielt einen Widerspruch zu der österreichi-schen Auffassung. Der Kaiser Franz Joseph hatte am 14. Juni demGeneral Lebrun gesagt, daß Frankreich ihn zum Kriege zwingen
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