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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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womöglich durch Hemmung Preußens in Deutschland wettmachenwollte. War es in dieser Lage nicht erlaubt, dem tätigsten unter denJägern eine spanische Fliege auf die Schulter zu setzen, die ihn viel-leicht davon abhalten werde, seine Jagdflinte an die Wange zu legen?Dieses Bild wäre richtig, wenn Vismarck die spanische Sache ein-gefädelt hätte, aber sie wurde von Spanien her an ihn gebracht.Auch war die politische Lage so gestaltet, daß er kaum Lust empfindenkonnte, böswillig eine Kriegsgefahr heraufzubeschwören. EinenBundesgenossen zu finden, wäre unmöglich gewesen. Eine Revo-lution hatte die Königin von Spanien vertrieben. Die Spaniersuchten einen neuen König. Ein Katholik mußte es sein. Aber ent-weder lehnten die in Aussicht genommenen Prinzen ab oder eserhoben sich unter den spanischen Führern schwere Bedenken. Amwenigsten gegen den Erbprinzen Leopold von Hohenzollern-Sig-maringen. Das Blut dieses Zweiges hatte sich schon vor 600 Jahrenvon dem der nun in Preußen regierenden Linie abgezweigt. Seit-dem die schwäbischen Zollern ihre Lande 1849 an Preußen abge-treten hatten, galten sie als Prinzen des Königshauses, unterstandenseitdem dessen Haupte. Doch war der Erbprinz auch ein Enkel derAdoptivtochter Napoleons I-, Stephanie Veauharnais. Nurschweren Herzens gaben der Prinz, sein Vater und König Wilhelmihre Zustimmung, dieser ausschließlich als Haupt des Hauses. Vis-marck, so sehr er die Sache als die der Dynastie und nicht des Staatesbehandelt wissen wollte, wirkte für die Kandidatur; er rechnetedarauf, daß sie den deutschen Nationalstolz heben werde.

Im Jahre 1926 hat Oncken diejenigen Quellen vorgelegt, welchedie wechselnden Stimmungen in der französischen Staatsleitungwährend der nun ausbrechenden Krisis am deutlichsten und sicherstenbezeugen. Es sind die Berichte des langjährigen österreichischen Bot-schafters in Paris, des Fürsten Nichard Metternich, an Veust.Gerade ihm, dem Vertreter des zu erhoffenden vollen Bundes-genossen, erschlossen sich die Herzen, und da erkennen wir, wie früh,wie dauernd der Wille zum Kriege eigentlich alle Faktoren berührte,dann beseelte. Wohl kamen Napoleon dann und wann Zweifel, ober nicht doch das Äußerste vermeiden solle. Die von Vismarck aus-gegangenen Akten hat Thimme in den Gesammelten Werken Vis-

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