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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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mit Preußen zu schließen, wurde vertagt. Während Vismarck stetsauch jedweden Schein einer Initiative abgelehnt und reichlich ge-warnt hatte, wandte sich der Kaiser unter dem Drucke der öffentlichenMeinung seines Landes, die doch wenigstens eine Kompensation fürdie Siege Preußens forderte, unmittelbar an den König der Nieder-lande. Nieser willigte endlich, verschuldet, wie er war, nach vierWochen Verhandlungen in den Verkauf des Landes ein, als Frank-reich ihm zusicherte,dieZustimmungPreußensbeizubringen(28.März).War es schon zweifelhaft, ob die Mächte, die 1815 und 1839 bei derNegelung der Dinge mitgewirkt hatten, dem beitreten würden, sokümmerte man sich im Haag und in Paris auch nicht weiter um dienationale Stimmung der deutschen Bewohner. Napoleon sah hierauch nicht ein Plebiszit vor, und der Oranier verkaufte ungefragtseine Untertanen. Es kam in ihren Augen nur auf die ZustimmungPreußens an, doch das war im Falle der Nachgiebigkeit davon be-droht, seinen Kredit in Deutschland einzubüßen. Die Erregung hatteschon die Kammern in Paris und Berlin ergriffen. An beiden Stellensah man einen Krieg als möglich an. Da war es ein Meisterzug Vis-marcks, daß nunmehr (18.—23. März) die Schutz- und Trutzbünd-nisse mit den Südstaaten veröffentlicht wurden. Diese hatten das ge-wünscht, um in ihren Landtagen ihre Militärreformen, die die allge-meine Wehrpflicht einführen sollten, durchzusetzen. Am 31. Märzsollte der Vertrag vom Könige der Niederlande unterzeichnet werden.Vismarck ging äußerst geschickt vor. Er veranlaßte Vennigsen zueiner Interpellation im Teutschen Reichstage und brachte auf demWege dahin Venedetti dazu, die offizielle Mitteilung über den be-vorstehenden Vertrag als nicht geschehen anzusehen. So konnte Vis-marck am I.April 1867 die mächtig auflodernde Leidenschaft desNeichstages mildern, den Gang der Politik in seiner Hand behaltenund das deutsche Volk mit der Zuversicht erfüllen, „daß keine fremdeMacht zweifellose Nechte deutscher Staaten und deutscher Bevölke-rungen beeinträchtigen werde". Er enthielt sich jeder Drohung. Aufdiese Debatte hin setzte der Oranier seinen Namen nicht unter denvorbereiteten Vertrag. Napoleon fühlte sich düpiert. Frankreichbegann Nüstungen. Das deutsche Volk war nicht minder erregt.Lange Zeit drohte der Ausbruch eines Krieges, doch Frankreich war

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