zu schlecht gerüstet. DieMächte von 1839 (S.347), England, Nußlandund Österreich, verurteilten das täppische Vorgehen Napoleons. Derlangen Krisis machte eine Konferenz vom 7. bis 11. Mai ein Ende.Luxemburg wurde auf ewig durch eine Kollektivgarantie der Groß-mächte für neutral erklärt, die Festung mußte rasiert werden, diepreußische Besatzung abziehen, dahingegen blieb das Großherzogtumim Zollvereine. Das einst zum deutschen Bunde gehörige HerzogtumLimburg wurde völlig dem Königreiche der Niederlande einverleibt.
Während dieser gewitterschwülen Zeit waren die deutschen Kabi-nette- in regster Tätigkeit gewesen. Ich darf mich auf die aller-wesentlichsten Dinge beschränken. Der indirekt gemachte VersuchVismarcks, Kessen-Darmstadt zum Eintritt auch mit Südhessen inden norddeutschen Bund zu bewegen (II. März) scheiterte anTalwigk. Die Luxemburger Krisis mußte die süddeutschen Kabinettebedenklicher machen, namentlich auch Bayern, das an Österreich wieFrankreich grenzte.VismarckbotÖsterreichdurchVayern einVündnisan. Schon auf dem Schlachtfelde von Königgrätz hatte er an einenweiteren Bund mit Österreich gedacht. Am 12./13. April enthüllteVismarck seinen Plan. Er zielte nicht auf ein Verfassungsbündnis,nicht auf eine Erneuerung des alten Bundestages, sondern einBündnis, das Österreich auf ewig seine „deutschen" Provinzen garan-tierte, auf Zeit auch die übrigen. Wäre es zur Tat geworden, sowürden Österreichs deutsche Gebiete nicht gefühlsmäßig zum „Aus-land" geworden, die Stellung der Deutschen gegenüber den Slawengestärkt worden und Mitteleuropa zusammengehalten worden sein.Vismarck näherte sich damit dem großdeutschen Gedanken.
Die Sendung des bayrischen Grafen Tauffkirchen nach Wien warein Mißerfolg; denn Veust sah in dem Angebote keine Entschädigungfür den Prager Frieden, sondern eher ein weiteres Opfer, den Ver-zicht auf den Einfluß in Süddeutschland. Er hielt an seinem Gedankeneiner Umgestaltung des Prager Friedens fest, und das war nuraussichtsreich in einem Kriege an der Seite Frankreichs. ÖsterreichsNüstung war jedoch für einen solchen noch nicht weit genug gediehen.
Dagegen sah es Vismarck als wichtigste Aufgabe Preußens an,den Vund mit den Südstaaten zu schaffen. Noch glaubte er zu einemweiteren Vunde mit den Süddeutschen zu gelangen. Württemberg
Schulte, Veutschei Staat 28
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