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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Das staatsrechtliche Bild Österreich-Ungarns, dieser Nealunioneines Doppelstaates, vereinte folgende Elemente: die beiden vomVolke nicht mit gleicher Verehrung gestützten Kronen, der Monarchist Kaiser in Zisleithanien, in Ungarn König. Für die beiden Neichs-Hälften gemeinsamen Angelegenheiten gibt es Neichsminister. Da-neben für die Sonderangelegenheiten je ein Ministerium und ein oftschwieriges Parlament und endlich innerhalb der Neichshälften mitSonderrechten ausgestattete Länder: Kroatien (1868) und Galizien(1869) und Länder ohne solche, alle mit Landtagen. Das wurde klarin den Titulaturen: kaiserlich und königlich werden die Organedes Gesamtstaates genannt, kaiserlich königlich die Zisleithaniens,Königlich die Ungarns. Von den Kronländern Zisleithaniens hattennur 4 eine nationale Einheit mit mindestens 90°/», die andern 14hatten eine stärkere Mischung. Der Auftrieb der nationalen Energienführte zu immer stärkeren nationalen Kämpfen. Die Aufgabe desKaisers war überaus schwierig. An eine weitergreifende Föderali-sierung dachte Franz Joseph nicht.

Der Ausgleich, von dem etwas übertrieben der Franzose Eisen-mann gesagt hat: „Er gab Ungarn ein Drittel der gemeinsamenKosten, die Hälfte der Nechte und drei Viertel des Einstuffes in derMonarchie", blieb bestehen.

Der Kaiserstaat lag auf einem labilen Voden, das Kaiserhaushat ihn zusammengehalten, zusammengehalten im Sinne einer hohenabendländischen Kultur, im Sinne der alten Politik der Vertei-digung des Abendlandes.

Das Ausscheiden Österreichs aus dem Vunde der deutschen Staa-ten war für weite Kreise auch in Teutschland ein schwerer Schlag.Vorab für die Katholiken. Im alten Neiche hatten sie auf demNeichstage eine Mehrheit gehabt, im Teutschen Vunde bestand da-von das Gegenteil; doch die österreichische Präsidialgewalt warihnen verblieben. Sie war vernichtet. Wie stark auch Vismarck Rück-sicht auf die Konfessionen nahm, ist oben Seite 379 berührt worden.In katholischen Kreisen trauerte man um das Ausscheiden Öster-reichs. Auch in protestantischen bis in altpreußische hinein wurdennoch ähnliche Gefühle gehegt. Sie waren jedoch schon im Versinken,starben mit den alten Trägern aus, übertrugen sich nur noch selten

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