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Nache an Preußen sann, stand zu sehr unter dem Drucke der Not-wendigkeit, Ungarn zu versöhnen. Die Ungarn gaben in dem einenPunkte nach, daß sie — im Gegensatze zu 1848 — eine Gemein-samkeit der für die auswärtige Politik maßgebenden Angelegenheitenanerkannten. Auswärtige Politik, Kriegswesen und die gemeinsamenFinanzen beider Neichshälften wurden einheitlichen Ministerien unter-stellt. Doch war für die ungarische Landwehr (Honved), die freilichArtillerie, technische Truppen und einige andere militärische Befug-niffe nicht erhielt, Ungarn zuständig. Für jene Angelegenheitenward als Volksvertretung eine Körperschaft geschaffen, die nichtzusammen tagte. Die „Delegationen" des ungarischen Neichstagesund des „zisleithanischen" Parlamentes tagten zwar am gleichenOrte, verkehrten aber nur schriftlich miteinander und mußten zu iden-tischen Beschlüssen kommen, nur bei Abstimmungen konnte der Fallgemeinsamer Sitzungen eintreten. Das verbürgt der energischerenDelegation die Oberhand. An eine Dreiheit wurde nicht gedacht. Dieim „Neichsrat vertretenen Länder" Zisleithaniens hatten 56, Un-garn 44°/„ der Gesamtbevölkerung. Der Schlüssel für die Aufteilungder Staatsabgaben wurde von 10 zu IN Jahren aufgestellt, er warfür Ungarn sehr günstig.
Der Ausgleich setzte auch in Zisleithanien eine gemeinsame Volks-Vertretung voraus. Das führte zu der Tezemberverfassung von 1867,die in ihren Grundzügen bis zum Untergange des Kaiserstaates inKraft blieb. Mochte das damals noch sehr eingeschränkte Wahlrechtauch in etwa zugunsten der Deutschen sich auswirken, so war derenZahl doch auf die Dauer nicht imstande, eine Mehrheit zu behaupten.Was die ungarische Gentry vermochte, konnte das deutsche Bürger-tum nicht leisten. Wenn diese beiden Elemente 1867 geglaubt hatten,weil sie allein „eine vollentwickelte Nation mit moderner Klassen-schichtung hinter sich hatten" (Schüßler), sie würden sich der slawischenMassen erwehren können, so war das in Zisleithanien ein vollerIrrtum. Es folgt den Kultur bringenden Völkerschaften der Fluch,daß, wenn sie die Schüler durchkultiviert haben, diese die Macht inihren Künden haben wollen. Mir klingt noch das vor 1870 ge-sprochene Wort eines Großdeutschen in den Ohren: „Bei Königgrätzhaben die Slawen gesiegt." Tarin liegt viel Wahres.
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