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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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ilrwahlen. Österreich und Preußen sollten je 75 Abgeordnete ausden deutschen Bundesgebieten delegieren. 152 aus den übrigen Vun-dessiaaten hätten die Zahl auf 302 ergänzt. Auch Fürstenversamm-lungen und ein Bundesgericht waren vorgesehen.

Das Übergewicht Österreichs und des „dritten" Teutschlandsbezeichnen den Charakter dieses Neformvlanes. Preußen lehnteden Veitritt ab, wenn nicht drei tiefgreifende Änderungen statt-fänden: Veto Österreichs und Preußens gegen jeden Vundestneg,solange nicht das Bundesgebiet angegriffen sei, völlige Gleich-berechtigung Preußens mit Österreich und Berufung eines ausdirekten Volkswahlen hervorgehenden Parlaments. Diese For-derungen wurden von Österreich schroff zurückgewiesen. Damit warauch dieser von den gekrönten Häuptern getragene Versuch ge-scheitert, selbst viele Fürsten, die in Frankfurt zugestimmt hatten,folgten nicht weiter der österreichischen Leitung.

Den Ausgang der Frankfurter Nationalversammlung, der Er-furter Union und des Frankfurter Fürstentages hat vor allem derGegensatz der beiden deutschen Großmächte bestimmt.

Die Wünsche und die Hoffnungen der Deutschen gingen weitauseinander. Aber für alle Meinungen gab es ehrenhafte Gründe.Die Vergangenheit fesselte jedweden in irgendeiner Weise. DieUntertanen des alten Kaiserhauses, die Preußens, des StaatesFriedrichs des Großen und der Befreiungskriege, und die desdritten Deutschland hingen an den Dynastien, auch wenn sie nochnicht lange mit ihnen verbunden waren. Allen Deutschen lag eingebessertes, mehr gesichertes Vaterland am Herzen. Anhänger einesEinheitsstaates traten ganz selten hervor.

Alle Wege, die Spannungen zu lösen, hatten nicht zum Zielegeführt. Preußen im Vunde mit dem liberalen Gedanken erschienunmöglich. Preußen wollte seine Wesenheit so wenig wie Österreichändern. Dieses hielt die Linie des alten Hausgutes, Preußen hattesich zwar aus den deutschen Fürstenhäusern emporgehoben, aber dieMittelstaaten hatten sich von ihm abgewendet, wollten sich seinerFührung nicht anvertrauen.

And doch gab es einen dritten Weg, den der König Wilhelm nichtwollte, auf den aber langsam die Nüchternheit und die schöpferische

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