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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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lungen am Hofe, im Heere und in der Verwaltung erheblich höher,wohl stellten sich Kochadlige und andere Kulturträger auch andererNationen auf die Seite der deutschen Kulturführung, doch geschahdas allermeist unter dem Vorbehalte, daß der alte Dombau mitseinem Kranze von nationalen Kapellen erhalten bleibe.

Ein völliger Ambau hätte den eisernen Willen des Bauherrn undeinen genialen Architekten vorausgesetzt, den doch nie die Furcht vor klei-neren oder größeren Katastrophen hätte verlassen können. Kaiser Franzund sein Sohn besaßen jenen nicht, und Metternich war dieses nicht.

Österreich war saturiert.

Die Südfront über die Militärgrenze nach Süden vorzutragen,war nicht die Absicht der Metternichschen Politik, gegen Nußlandstand er in einer Abwehrstellung. Mit dem Anteil an Italien unddem am Deutschen Vunde sah er in Österreich das Herz Mittel-europas, in Mitteleuropa aber das Herz Europas.Metternich dachtenicht an einen übersteigerten Zentralismus und nicht an eine Germani-sation. Josefs II. Mißerfolge standen ihm vor Augen. Er wollte dieNationen zivilisieren, dabei seine besten Helfer, die Deutschen, schützen.Er suchte nach einem dauernden „Ausmaß des Gebunden- und desGetrenntseins".

Der Zentralismus entsprach den Notwendigkeiten Gesamtöster-reichs. Die Einheit war für die auswärtige Politik ein Zwang,die kaiserliche Person der einzige wahre Zentralpunkt der Negie-rungsgewalt. Er sollte nicht geschmälert werden. Also vor allemnicht einen konstitutionellen Anitarismus und ein Zentralparlament,aber Verschiedenheit in der Verwaltung der Kronländer, gezügeltdurch eine gebesserte Zentralverwaltung. Kaiser Franz hat keines-wegs alle Pläne Metternichs gebilligt, im Gegenteil. And Metter-nich selbst bewährte sich nicht als ein genialer Staatsorganisator.So blieb das System der Kronländer in alter Lage. Der Kaiserwollte den Landtagen das Gesetzgebungsrecht nicht geben, das Steuer-bewilligungsrecht nicht nehmen. Nach wie vor bewilligten in knappstenSitzungen die „Postulatslandtage" die Forderungen der Negierung.

In den Kronländern spielte der Hochadel eine große Nolle, ausihm wurden in der Negel die Spitzen der Länderverwaltungen ge-nommen. Zu Neformen war der Hochadel wenig geneigt, dahin-

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