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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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In Österreich hatte Metternich trotz seinen Gegnern, die in ihmeinen französischen Söldner sahen, nach dem Worte von Gentz „eineaktive Neutralität" beobachtet, die ihm mit geschonten, ja gebessertenKräften, wenn die Zeit gekommen war, ohne in Gefahr zu kommen,einen Frontwechsel gestattete. Für Preußen wurde die Tat desGenerals entscheidend, der unter Marschall Macdonald das preußischeKilfskorps führte. Die linke Seitendeckung der Franzosen hatte sehrspät den Rückzugsbefehl erhalten, kam also recht spät, von Nüssengefolgt, in die Nähe Ostpreußens. <Iorck hätte durch Kampf den An-schluß an Macdonald noch erzielen können. Aus dem Generale wurdenach Lage der Dinge ein Politiker. Erzwäng er den Anschluß, sohätte sich der russische Stoß an der Weichsellinie mit ihren franzö-sischen Garnisonen totgelaufen. Aorck aber war als Patriot anderenSinnes. Er schloß auf eigene Verantwortung mit den russischenGeneralen am 3t>. Dezember 1812 die Konvention von Tauroggen.Ein Schreiben des Zaren hatte ihm die Gewißheit gegeben, daßdieser den Krieg weiterführen werde. Neben anderen hatte auch Steinden Entschluß des Zaren herbeigeführt. Dieser betraute ihn mit dervorläufigen Verwaltung der Provinz Ostpreußen, und der dortigeLandtag beschloß die Ausstellung einer Landwehr. Ohne Stein hätteer es schwerlich gewagt.

„Jetzt oder nie ist der Moment, Freiheit, Unabhängigkeit und Größewieder zu erlangen. Eurer Monarchie ist es jetzt vorbehaltender Er-löser und Beschützer Ihrer und aller deutschen Völker zu werden." Mitdiesen Worten hatte Porck die Meldung über den Neutralisierungs-vertrag an den König begleitet. Hätte sich der König von diesen hohenWorten mitreißen lassen, so wären trotz den französischen Festungs-gamisonen die Trümmer der großen Armee sehr wahrscheinlich biszum Nheine hin gejagt und der Nheinbund zersprengt worden. Dieinnerdeutschen Grenzen wären ganz anders gezogen worden, als esspäter geschah.

Der preußische König war kein Friedrich der Große, und er weiltein Berlin, nicht völlig sicher vor den Franzosen. Er begann Verhand-lungen mit Frankreich und Nußland, vor allem mit Osterreich. DerKönig wollte vermitteln. Doch Metternich ging noch nicht darauf ein,der Zar sandte Versprechungen und Drohungen. Als der König sich

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