aus, einen getreuen Adel zu bilden. Auch im Nheinbundsgebietewurde der alte Adel in die staatlichen Dienste gezogen und von einemDienstadel durchsetzt. Das Prinzip der Gleichheit führte zur Be-freiung der Juden und zur Aufgabe des Neligionsbannes für diechristlichen Bekenntnisse. Alle größeren Staaten waren ja jetzt kon-fessionell gemischt. In Bayern erstrebte die Negierung Staats-kirchen. Die Leibeigenschaft wurde beseitigt. In Württemberg hieltder König Friedrich die Zügel der Negierung selbst in der Hand, fastwie ein Tyrann. In Bayern und Baden, von denen dieses ein fran-zösisches Glacis, jenes das Aufmarschgebiet für einen Krieg gegenÖsterreich war, lag die Staatsreform in den Händen von aufge-klärten Staatsmännern, deren Familien nicht eigentlich im Landeselbst wurzelten, was ja auch für viele der preußischen Reformer gilt.Graf Montgelas und der Freiherr von Neitzenstein hatten daherweniger innere Hemmungen, als es bei uralten Landsassen der Fallgewesen wäre. Verhaltenes Mißbehagen fehlte auch hier nicht. Durchdie Militärdienste und die Folgen der Kontinentalsperre wurde esgesteigert.
Die Negierungen suchten eine bayerische, eine württembergische„Nation" zu bilden. Deutsches Gemeingefühl pflegten sie nicht. Dochin den gebildeten Kreisen wirkte der Einfluß der Literatur. Es wuchsdas Gefühl für die Kultureinheit auch in Süddeutschland. Ja, manchehofften auf die Befreiung von der Fremdherrschaft.
Das Nheinbundgebiet hatte Souveräne, die das wesentlichsteNecht, die Bestimmung der auswärtigen Politik, nicht ausübenkonnten. Die Souveräne hatten den Untertanen Verfassungen ge-schenkt. Das aber waren taube Nüsse.
67. Die preußischen ReformenStein, Hardenberg und Scharnhorst. Die Universität Berlin
Die Neform Preußens würde stärker durch französisch-rheinbünd-lerische Vorbilder beeinflußt worden sein, wenn die beiden großenReformer in umgekehrter Neihe sich gefolgt wären. Es war ein Glück,daß der Säkularmensch, der Freiherr vom Stein, Hardenberg vorauf-
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