lich wohnt in den Bergen der Wagemut. And auch da bricht derAusstand nicht auf einmal aus, sondern örtlich werden sich die Leutein ihren Engpässen zur Wehr setzen, an Stellen, wo in der besserenOrtskenntnis ihnen der Sieg gesichert erscheint. Das deutsche Volkwar in den Ebenen infolge seiner uralten Zerrissenheit einer solchenmutvollen Tat nicht, noch nicht fähig. Aber in den Bergen Spa-niens brach ein Volkskrieg aus, der sofort und dauernd wesentlicheTeile der Truppen des Kaisers und seiner Vasallen fesselte.
Österreich überschätzte die Gunst der eingetretenen Lage. Nach demendlichen Abzüge der Franzosen erlebte es eine schwungvolle Erhe-bung, an der die verschiedenen Nationen fast gleichmäßig Anteilnahmen. Stadion und Erzherzog Karl waren die Führer, auchMetternich nährte von Paris aus den Gedanken, den Krieg wiederaufzunehmen. Man rechnete auf die Hilfe Preußens und Nußlands.Doch der König wollte nicht alles auf das Spiel setzen. Alexanderhatte zwar auf der Fürstenzusammenkunft in Erfurt (1808) die Ent-waffnung Österreichs Napoleon abgeschlagen, aber auch er hielt amFrieden fest. Nie Nechnung auf die Hilfe von Nheinbundfürstenerwies sich gleichfalls als irrig, die kleinen Ausstände (Schill undTörnberg), diese Beispiele hohen Mutes von Offizieren, verpufften.Nur die Tiroler erhoben sich wider die bayerischen Herren. Bei ihnenwie bei den Spaniern weckte auch die religiöse Gesinnung den Mutzu hohen Wagnissen, sie sahen auch ihr altgewohntes kirchliches Lebenbedroht. Es war ein Krieg, an dem die Gebildeten und das Stadtvolknur geringen Anteil hatten. Ihn trug das Vauernvolk, aus den: sicheinzelne Führer emporhoben, das an Gefahren und Waffen gewöhnteBergvolk. Die Bauern handelten von sich aus, unbewußt zum höch-sten Heldentume wachsend. „Heldisch ist nur das Unbedingte", sagtSteinacker mit Necht.
Österreich, bereits bettelarm, wagte den Krieg dieses Mal ohneenglische Subsidien im Vertrauen auf das durch Erzherzog Karl nachfranzösischem Vorbilde umgestaltete Heer. Der Erzherzog hätteseinen herrlichen Worten schnelle und kühne Taten folgen lassenmüssen, wozu Verthier ihm Gelegenheit bot. Der von Spanienherbeigeeilte Kaiser ordnete rasch die militärische Lage und drang bisWien vor. Zwar brachte der Erzherzog dem Kaiser bei Aspern eine
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