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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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klare taktische Niederlage bei, strategische Folgen hatte sie nicht.Fast auf demselben Flecke schlug Napoleon bei Wagram (6. Juli1809) den großen Gegner, ohne aber das österreichische Heer ver-nichte« zu können. Die Finanznot zwang zum Frieden, der endlichzu Schönbrunn zustande kam (14. Oktober). Auch Osterreich warnach dem neuen Verluste von 3 V2 Millionen Untertanen keine Groß-macht mehr. Was in der dritten Teilung Polens gewonnen war, fieldem Herzogtum Warschau zu, auch Krakau; ein Ostzipfel von Gali-zien kam an Nußland. Im Westen fielen das Innviertel und Salzburgan Bayern. Vor allem verlor Osterreich jeden Zugang zur Adria,die Küste von der Isonzomündung bis Cattaro wurde französisch.Das Hinterland, die illyrischen Provinzen, wurde fortan von Laibachaus verwaltet und ihre Nordgrenze reichte von den Quellen derTrau, dann zur Save überspringend, dieser folgend bis zur Anna.Mrnten und Kroatien wurden durchschnitten. Auf lange Streckengrenzte Frankreich an die türkischen Provinzen Bosnien und Herze-gowina. Kaiser Franz mußte seine treuen Tiroler preisgeben. DasGebiet des Königreichs Italien wurde bis nördlich Vozen ausge-dehnt, der Nest verblieb bei Bayern. In Andreas Hofer, dem Mär-tyrer Tirols, und in Erzherzog Karl hatten die unterdrückten Deut-schen wieder Helden zu sehen gelemt.

Von Osterreich war eine aktive Politik nicht mehr zu erwarten.Es war zu einer Neutralitätspolitik gezwungen. Ein Meister desLavierens, der bekehrte Metternich, hatte sie zu leiten. Sein erstesMeisterstück war es, als er bei Napoleon, der an eine Ehe mit einerrussischen Prinzessin dachte, es fertigbrachte, daß er Marie Luise, dieTochter seines Kaisers Franz, heiratete. Jene russische Ehe hätteÖsterreich zwischen den Großmonarchien des Westens und Ostenserdrückt, die österreichische gab zwar der Welt nicht den Frieden, aberdem Schwiegervater mindestens eine Nuhepause, um Kräfte zusammeln. Das Blut der neuen Kaiserin galt als das vornehmste derWelt. Der Emporkömmling hatte auch das Letzte gewonnen, was denalten Fürstenhäusern das Heiligste war. Dem Sohn, den die Öster-reicherin ihm gebar, gab Napoleon den vielsagenden Titel Königvon Nom. Die meisten glaubten. Osterreich sei zu Frankreich ab-gefallen. Niemand erriet die Wahrheit: Mußte diese Ehe nicht in

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