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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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und zur Wesensart. Er, der Mann der Autorität, hatte nicht mehrden Wind hoher volksbeglückender Prinzipien in seinen Segeln. Erglaubte durch Druck von oben her alle Widerstände brechen zu können,wo er den Haß gegen sein System aussäte. Seine Verachtung sitt-licher Kräfte, seine durch nichts gehemmte Rücksichtslosigkeit, seinEgoismus überluden die Atmosphäre mit Spannungen. Selbst inseiner Umgebung, selbst bei seinem ersten politischen Gehilfen Talley-rand regten sich Zweifel, ja seine alte Mutter sprach die Worte:ynurvn yn6 osla. äurs." Das ganze System hing an der Lebens»dauer der hochgenialen Persönlichkeit; der Kaiser war unersetzlich.

Die Revolution hatte hehre Prinzipien verkündet, sie in schwereninneren und äußeren Kämpfen verteidigt. Die Volontairs warendem Rufe gefolgt. Die Republik hatte die Bürger aufgeboten. EinVolksheer war entstanden, nicht mehr auf einen König vereidigt,sondern auf die Nation, nicht mehr geführt von Salongeneralen,denen der alte Adel den hohen Rang verschafft hatte, sondern vonim Dienste erprobten Generalen der Fortuna. Es war ein homo-generes Heer entstanden, als es die Gegner besaßen. Im Feld-lager eines siegreichen Volksheeres wird aus der BrüderlichkeitKameradschaft, aus der Freiheit Unterordnung, nur die Gleichheitblieb erhalten. In seinem Tornister trug jeder Soldat den Marschall-stab. Aber die Advokaten erhoben sich die Generale, über sie Vona-parte. Die Revolution hatte an Stelle des Alten, der Privilegien derProvinzen und der Stände eine dem klaren Verstände entquollenenüchterne Gleichheit gesetzt, den Zentralismus verschärft und damit dieKraft des Staates gemehrt. Das Volk trug willig die schweren Lasten;denn die Waffenerfolge befriedigten das tiefste Vedürftns der Franzo-sen, die Sehnsucht nach ßloirs. Die immer weiter umgeformte Staats-maschine ließ wenig von der Freiheit übrig. Napoleon war Frankreich.

Die deutschen Fürsten, die sich behaupteten, hatten keine solche Machtüber den Geist ihrer Untertanen. Wohl herrschte Mißbehagen, aber derWille zur Tat, zur Volkserhebung gegen den Korsen, wurde nur inengen Kreisen von Offizieren erörtert, von Gelehrten, wie von Fichte,der die Freiheit als ein sittliches Recht, ja eine Pflicht verkündete.

Das gemeine Volk denkt anders. Je näher es mit der Natur sichverbunden fühlt, um so eher wird es zu den Waffen greifen. Nament-

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